Stadtverordnetenversammlung

Schnellcheck: Fritz-Neuenroth-Weg wird unbenannt

Eschwege. Der Fritz-Neuenroth-Weg soll umbenannt werden. Darauf hat sich die Stadtverordnetenversammlung von Eschwege am Donnerstagabend einstimmig verständigt. Ein neuer Name steht noch nicht fest. Die Sitzung im Schnellcheck.

Heißt der Fritz-Neuenroth-Weg jetzt Jardin de St.-Mandé?
Nein, darauf konnten sich die Abgeordneten noch nicht einigen. Zunächst haben sie nur beschlossen, dass die Straße künftig auf jeden Fall nicht mehr den Namen des umstrittenen Lehrers Fritz Neuenroth tragen soll.

Waren sich die Fraktionen in der Namensänderung einig?
Ja, alle Fraktionen haben dafür gestimmt, Fritz Neuenroth die Ehre eines Straßennamens abzuerkennen. Neuenroth habe in der Zeit des Nationalsozialismus Schuld auf sich geladen. "Deswegen muss der Name aus dem Straßenbild verschwinden", sagte beispielsweise die SPD-Stadtverordnete Petra Strauß. Ein christlicher Kindergarten und eine Jugendherberge dürften in der Adresse nicht den Namen eines Lehrers tragen, der nachweislich gegen Christen gehetzt und Jugendliche beeinflusst habe, sagte Stefan Schneider von der CDU.

Bleiben die Straßenschilder jetzt noch hängen?

Ja. Für die Postzustellung, Ortsfremde und Navigationsgeräte seien die Bezeichnungen und die Straßenschilder wichtig, sagte Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag. Die Jugendherberge besuchten beispielsweise hauptsächlich Menschen von außerhalb, die sich orientieren müssten.

Welche Namensalternativen gibt es?

In interfraktionellen Vorgesprächen wurde Jardin de St.-Mandé vorgeschlagen. "Ein Platz der französischen Partnerstadt zu widmen, würde Eschwege gut zu Gesicht stehen", sagte Sigfried Fiegenbaum (Bündnis 90/Die Grünen). "Es wäre eine tolle Geste, die die französischen Freunde stolz machen würde", sagte Schneider. Im Gespräch ist auch die Bezeichnung Am Schwanenteich.

Dürfen die Bürger noch miteintscheiden?

Ja. Über den neuen Namen wurde noch nicht abgestimmt. Montag hatte vorgeschlagen, in einer öffentlichen Hauptausschusssitzung zu diskutieren. Dann sollten in einer Sitzungsunterbrechung auch die Bürger zu Wort kommen. Die letzte Gewalt liegt beim Parlament. In der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 18. Juni wird endgültig entschieden.

Was passiert mit dem Bild des ehemaligen Bürgermeisters Beuermann im Magistratszimmer?

Nachdem NS-Bürgermeister Beuermann die Rechte an einem Straßennamen aberkannt wurden, forderten die Grünen, jetzt auch sein Bild aus der Bürgermeister-Galerie im Magistratszimmer abzuhängen. Auch hier gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Das Thema wurde nochmal zur Beratung in den Ausschuss überwiesen.

Von Tobias Stück

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