Landkreis nimmt Netzausbau mit Nachbarn selbst in die Hand

Schnelles Internet ist bis 2020 in jedem Ort

+

Werra-Meißner. Spätestens in sechs Jahren soll in allen 115 Orten im Werra-Meißner-Kreis schnelles Internet verfügbar sein. Der Werra-Meißner-Kreis nimmt den Aufbau eines Breitband-Hochleistungsnetzes auf der Basis von Glasfaser selbst in die Hand – in Zusammenarbeit mit den nordhessischen Nachbarkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg.

Dazu soll eine Infrastrukturgesellschaft gegründet werden, die von den fünf Kreisen getragen werden. Ihr Name: NGA-Cluster Nordhessen GmbH. Die Beteiligung daran beschloss der Kreistag jüngst.

Ziel ist es, dass in allen Haushalten mindestens eine Übertragungsrate von 30 Megabit pro Sekunde zum Herunterladen zur Verfügung steht. Derzeit können Wirtschaftsunternehmen und private Internetnutzer nicht überall auf diese Kapazitäten zugreifen. Einige Teilort in den Landkreisen sollen nahezu vollständig vom weltweiten Informationsnetz abgeschnitten sein.

Der Grund: Kommerzielle Anbieter schließen in erster Linie die Ballungsräume ans Netz an und vernachlässigen kleinere Orte. Und mögliche Angebote privater Anbieter sind in der Regel mit erheblichen Zuschüssen zu den Investitionskosten von kommunaler Seite verbunden.

Deshalb werden die Landkreise aktiv und nehmen dafür auch viel Geld in die Hand: 143,2 Millionen Euro wurden kalkuliert für das Verlegen der Glasfaserkabel. Das Geld soll komplett durch ein Darlehen der WI-Bank des Landes Hessen kommen.

Zudem benötigt die NGA-Cluster Eigenkapital von bis zu 27,5 Millionen Euro, um das Netz dann zu erhalten und zu verwalten. Da ist der Werra-Meißner-Kreis mit einem Anteil von 4,84 Millionen Euro dabei. Es handelt sich um ein Gesellschafterdarlehen, das in jährlichen Teilbeträgen bis 2021 bereitgestellt wird und später verzinst zurückfließt. 2014 sind 88 000 Euro zu überweisen. (sff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare