Wertstoffe sollen besser verwertet werden / Neues Einsammelsystem im Gespräch

Mit Schrott Geld verdienen

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Werra-Meißner. Die Wertstoffe aus Elektroschrott sollen im Werra-Meißner-Kreis gewinnbringender verwertet werden. SPD und Grüne haben zuletzt im Kreistag einen Berichtsantrag gestellt. Der Kreisausschuss soll im Umweltausschuss über Sammlung und Verwertung sowie über deren Optimierung berichten.

Die Schwäche des Systems liegt in der Einsammlung. Private Schrotthändler, die illegal Wertstoffe abfahren, würden sich, so Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann, „die Filetstücke suchen und die Abfälle stehen lassen“. „Das sind die Wertstofflager von heute, die müssen genutzt werden“, sagt Dr. Wallmann, „wir müssen versuchen, besser einzusammeln.“

Das sieht auch Armin Jung von Bündnis 90/Die Grünen so: „Das Problem ist die Einsammlung.“ Ziel des gemeinsamen Antrages mit der SPD, so der Kreistagsabgeordnete, sei es, mit Sammlung und Verwertung die Wertschöpfung im Kreis zu haben. „Es wäre schön, wenn ein paar Arbeitsplätze entstehen würden und wir eine schwarze Null schreiben.“ Rund 600 Tonnen Elektroschrott werden im Werra-Meißner-Kreis nach Angaben von Abfallberaterin Gabriele Maxisch jährlich eingesammelt.

Matthias Wenderoth, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes rechnet vor, dass davon im vergangenen Jahr knapp 165 Tonnen bei den Hauseinsammlungen im Frühjahr und im Herbst angefallen sind, bei der diesjährigen Frühjahrskampagne kamen 115 Tonnen zusammen. „Wir leiden unter den illegalen Einsammlern“, sagt Wenderoth, „gerade die sogenannte weiße Ware, die Geld bringt, ist weg, wenn wir kommen.“

Grund genug, im Kreis über ein anderes Einsammelsystem nachzudenken. Statt wie bisher zu festgelegten Terminen in den Städten und Gemeinde einzusammeln, könnte auf die beantragte Abfuhr wie beim Sperrmüll umgestellt werden. Die illegalen Sammler könnten sich nicht darauf einstellen, weil die Termine nur auf Antrag und dann sehr individuell zugeteilt würden.

Mit illegalen Elektroschrottsammlern hat auch die Eschweger Polizei zu kämpfen. Was nicht brauchbar sei, werde stehengelassen oder in der Landschaft abgelagert, weiß Michael Heußner, bei der Polizeidirektion Werra-Meißner zuständig für Umweltdelikte. Dabei werde die nicht genehmigte Einsammlung von Elektroschrott, der als „gefährlicher Abfall“ gilt, inzwischen als Straftat gewertet, weiß Heußner. Solange am jetzigen Sammelsystem festgehalten wird, sei angesichts der großen Einnahmemöglichkeiten, so der Polizeibeamte, „das Problem nicht in den Griff zu bekommen, wir versuchen das einzudämmen.“

Von Harald Sagawe

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