Büffeln in den Ferien

Schüler bereiten sich in Ostercamp auf ihren Abschluss vor

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Ferien? Nicht mit (von links) Ann-Christin Lepper, Leonie Koch und Mark Gräf. Die drei lernen wie 93 andere Schüler der Anne-Frank- und der Pestalozzi-Schule in den Osterferien für ihre Abschlussprüfungen im April. 

Eschwege. Knapp 100 Schüler lassen ihre Osterferien ausfallen und verbringen diese lieber in der Anne-Frank-Schule in Eschwege, um sich auf ihre Abschlussprüfungen im April vorzubereiten. 

Ausschlafen, sich mit Freunden treffen und die Schulbücher ganz nach hinten ins Regal schieben: Es ist Ferienzeit für Hessens Schüler. Im Gebäudeteil C der Anne-Frank-Schule in Eschwege ist trotzdem mächtig was los: Höchst freiwillig treffen sich dort während der zwei Ferienwochen rund um die Osterzeit 96 Schüler, um Mathe, Englisch und Deutsch zu pauken – um sich so optimal auf ihre Abschlussprüfung im April vorzubereiten.

„Zum zwölften Mal bieten wir das Ostercamp hier an der Schule jetzt an, das natürlich auch für die Jugendlichen von unserer Außenstelle in Wanfried gedacht ist“, erzählt Berthold Diegel, Mitglied der Schulleitung. Eigentlich war das nur für diejenigen gedacht, deren Abschluss gefährdet war, und das auch nur im Hauptschulbereich. Später wurde es dann auch auf die Jugendlichen ausgeweitet, die ihren Realschulabschluss noch schaffen wollten.

„Mittlerweile hat sich das Ostercamp aber so etabliert, dass selbst die guten Schüler kommen, um den Stoff noch einmal durchzugehen“, freut sich Diegel. 80 Prozent der Schüler aus den Abschlussklassen seien in diesem Jahr dabei, „und wer nicht kommt, hat dafür meist einen guten Grund“.

Von dem Ostercamp würden so alle profitieren: Die Schüler, die mit ihrem Stoff fertig sind, der klassenweise noch einmal durchgenommen wird, würden dann denjenigen helfen, die noch Hilfestellungen benötigen. „Die Lernatmosphäre ist viel besser als im normalen Schulalltag“, stellt Diegel fest, der noch etwas registriert hat: „Wer an dem Camp teilnimmt, schafft den Abschluss auch.“ Belohnt wird die Teilnahme mit einem Zertifikat, ein gemeinsames, reichhaltiges Frühstück wird zudem angeboten.

Mark Gräf setzt auf all das. Der Jugendliche besucht die Pestalozzischule, die ihren Schwerpunkt auf der Lernhilfe hat und ebenfalls an dem Camp teilnimmt. „Ich besuche da die zehnte Klasse und kann meinen Hauptschulabschluss machen, wenn die Prüfungen gut laufen“, erzählt er gut gelaunt, während er sein Englisch-Wörterbuch aufschlägt. Er sei auf jeden Fall motiviert, die zwei Wochen Osterferien mit Lernen zu verbringen – wobei ihm seine Klassenkameradin Leonie Koch zwar zustimmt, gegen das Ausschlafen aber dennoch nichts gehabt hätte. „Es ist schon ein bisschen gemein, wenn der kleine Bruder frei hat und ich nicht“, sagt sie und lacht.

Was gut ankommt im Camp: dass auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler eingegangen wird. Möglich machen das die Lehrkräfte Silke Küllmer, Ann-Catrin Röhl und Ellen Hantke-Wittich, die wie Diegel auch bereits von Beginn an dabei ist. Zudem steht wieder der pensionierte Lehrer Horst Pelka bereit, und auch die Lehramtsstudentinnen Sarah Bachmann und Michaela Müller waren bereits im vergangenen Jahr dabei; hinzu kommt Kristin Kamith.

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