Kritiker, Sittenstrolche und Trinkfreudige bekommen beim Schinkengericht ihr Fett weg und zahlen

Bei den Schützen blüht der Ablasshandel

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Mit einem „Ruhig mal setzen, bitte", begann Oberstaatsanwalt Alexander Heppe gestern das traditionelle Schinkengericht des Eschweger Schützenfestes.

Eschwege. Entsetzt seien Heppe und sein Assistent Giorgio über die vielen Vergehen zahlreicher Anwesender, die ihnen im Laufe des letzten Jahres zu Ohren gekommen seien. Nachdem das neue Gesangbuch an den Mann und an die Frau gebracht wurde, das es auch in der Partneredition und in der vierfach vergrößerten Variante für Sichteingeschränkte zu kaufen gab, verkündete Heppe, dass erstmalig in diesem Jahr ein Ablassbrief eingeführt werde, der für 50 Euro dem Besitzer Amnestie und Straffreiheit sowie freies Geleit bis zum Sonnenuntergang des Schinkenmontags gewährte.

Zum wortwörtlichen Running Gag wurde Michael Schmidt, der mit seiner Ankündigung des „Schürzenfestes“ im Internet den Ruf des Schürzenjägers letztendlich weghatte und bei jedem gezeigten Foto, auf dem er in weiblicher Begleitung abgebildet war, pro Dame eine Ehrenrunde durch den Saal drehen durfte. „Wie uns zu Ohren gekommen ist, stürzt sich Peter Schäfer auf ältere Herren“, kündigte Heppe ein Video an, auf dem Schäfer in einer prekären Pose beim Lambadatanzen zu sehen war. „Hömma, Lambada is’ au’ Hüfdäh“ war als Zwischenruf von Schriftführerin Annette Giesler auf dem Video zu hören. Ohne lange zu zögern holte der Staatsanwalt auch sie samt Ehemann auf die Bühne und machte die Schriftführerin zur Jury beim Lambada-Tanz von Ehemann und Peter Schäfer. Da das Urteil vernichtend ausfiel, wurden beide zu 20 Euro Kaution verurteilt, die sie im nächsten Jahr bei Vorlage eines Nachweises über eine absolvierte Tanzstunde zurückbekommen.

Von Gudrun Skupio

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