Bildungseinrichtungen wollen Betreuung und Unterricht ausbauen

Schulen im Kreis: Mehr Angebot am Nachmittag

Eschwege. Das Interesse am Ausbau des Nachmittagsangebots an den Schulen im Werra-Meißner-Kreis ist groß.

Elf Bildungseinrichtungen beantragen zusätzliche Mittel oder kündigen an, sich um bessere Finanzausstattung bewerben zu wollen. Möglich wird das, nachdem das Land hessenweit weitere sechs Millionen Euro für Unterricht am Nachmittag zur Verfügung stellt.

„Wir rechnen mit zwei bis zweieinhalb Stellen für den Kreis“, sagt Landrat Stefan Reuß. Die Schulen haben die Wahl zwischen zusätzlichem pädagogischem Personal oder Geld. Dabei ist eine Lehrerstelle mit 46 000 Euro pro Jahr bewertet. Die Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege möchte mit dem zusätzlichen Geld das nachmittägliche Bildungsangebot inhaltlich erweitern und montags bis freitags um jeweils eine Stunde bis 16 Uhr ausbauen. „Das zusätzliche Geld würde sehr helfen“, sagt Schulleiter Dr. Hans-Joachim Vock.

Das Gymnasium unterhält formal ein Profil-I-Angebot. Tatsächlich finden Förderkurse in den Hauptfächern sowie sportliche und musikalische Freizeitaktivitäten aber bereits an fünf Nachmittagen statt. Mit der besseren Finanzausstattung könnten individuelle Defizite behoben werden. „Wir möchten unseren Schülern Rezepte mit der Fehlerdiagnose ausstellen“, erklärt Dr. Vock. Danach könne in den Förderkursen gezielt daran gearbeitet werden, Lücken zu schließen.

An der Grundschule am Brunnen vor dem Tore in Bad Sooden-Allendorf setzt Rektor Günter Stephan auf mehr Mittagsbetreuung und qualifiziertere Hausaufgabenunterstützung. „Wenn 30 Kinder zur Hausaufgabenbetreuung kommen und nur zwei Lehrkräfte da sind, funktioniert das nicht“, sagt der Pädagoge. Die Nachfrage sei an einigen Tagen größer als an anderen. „Wir wollen Betreuung individuell nach Bedarf organisieren und bezahlen.“

Von Harald Sagawe

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