Demokratieverständnis und Gewaltprävention

Demokratie lernen: Schulsozialarbeit an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis

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Im neuen Jahr werden Abdulla (von links), Sofia und Dustin-Joel mit Plüsch-Chamäleon Ferdi eine Schatzsuche an der Kesperschule erleben. 

Der Werra-Meißner-Kreis will mit der Schulsozialarbeit in Grundschulen das Demokratieverständnis, die Stärkung der Klassengemeinschaft und die Gewaltprävention fördern.

Die Klassengemeinschaft stärken, Demokratie erlernen, Gewaltprävention und sozialeFähigkeiten stärken. Das sind Themen, mit denen sich Angela Stark und Thorsten Vogt beschäftigen. Sie sind zwei von insgesamt fünf Mitarbeitern der Schulsozialarbeit an Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis.

Lehrer können Sozialarbeiter anfordern 

Klassenlehrer können sie anfordern, wenn es Probleme in einer Klasse gibt. Aber auch vorbeugend können die Sozialarbeiter gerufen werden, wenn zum Beispiel viele Schülerwechsel die Klassenstruktur durcheinanderbringen. Dabei arbeiten Angela Stark und ihre Kollegen aber nicht mit einzelnen Kindern, sondern mit der gesamten Klasse. Sie organisieren Projekte zu einzelnen Themenbereichen, die sie jedes Halbjahr neu anbieten. So können Klassenlehrer auch in diesem Halbjahr bis zum 24. Januar ihre Klasse für eines der 13 Projekt anmelden. So führt die Schulsozialarbeit des Werra-Meißner-Kreises etwa 80 bis 100 Projekte jährlich an allen Grundschulen im Werra-Meißner-Kreis durch.

Das Projekt Ferdi

Zum Beispiel für das Projekt mit Ferdi: Das Plüsch- Chamäleon soll den Kindern den Übergang vom Kindergarten in den Schulalltag erleichtern.

Feste Schulzeiten, Hausaufgaben, die Bewertung der Leistung und viele neue Regeln sind für die Kinder eine Herausforderung. Mit Ferdi gehen die Kinder auf eine Schatzsuche, bei der sie ganz nebenbei ein friedliches Miteinander und das Arbeiten im Team lernen. Auch Abdulla, Sofia und Dustin-Joel von der Kesperschule Witzenhausen freuen sich auf die Schatzsuche mit Ferdi.

Regeln für  die Gemeinschaft lernen 

Die Sozialarbeiter werden in der Regel gerufen, wenn Schüler auffällig in ihrem Verhalten sind. „Die Kinder machen häufig, was sie wollen. Sie können sich nicht an Regeln halten“, berichtet Schulsozialarbeiter Thorsten Voigt und ergänzt: „Manche Kinder haben schon Probleme, Blickkontakt zu halten.“ Angela Stark merkt an: „Viele sind sehr bedürftig, sie wollen sich mitteilen, können aber selbst nicht zuhören.“ Warum ein Kind auffällig reagiert, kann verschiedene Ursachen haben. „Die Hintergründe, zum Beispiel eine Scheidung der Eltern, bleiben uns dabei aber oft verborgen“, sagt Stark.

Neue Blickwinkel finden

Mit ihren Projekten können sie dann keine Wunder bewirken. Lehrern helfe aber oft ein neuer Blickwinkel auf die Klasse, wenn sie sehen, wie die Kinder sich bei anderen Menschen verhalten. Die Kinder werden bei den Projekten nicht leistungsorientiert bewertet. Stattdessen bekommen die Schüler die Möglichkeit über ihre Gefühle zu reden. „Ein Projekt war für uns erfolgreich, wenn auch nur ein Kind wieder gern in die Schule geht oder ein Stück Vertrauen gewonnen hat“, sagt Thorsten Vogt.

Weniger Streit, besser lernen

Wenn die Klassengemeinschaft funktioniert und die Kinder sich weniger streiten, können sie besser lernen. Deswegen sehen es die Sozialarbeiter auch als so wichtig an, bereits an Grundschulen aktiv zu werden. „Je früher wir in eine Klasse reingehen, desto effektiver können wir helfen“, sagt Vogt. Die Bildungsbiografie wirke sich schließlich auf das gesamte Leben der Schüler aus.

jugendnetz-wmk.de

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