Im Schutzanzug zum Patienten: Einblicke ins Pandemie-Krankenhaus

Im Pandemiekrankenhaus wird mittlerweile jeder Patient, auch wenn er nicht wegen Coronasymptomen kommt, per Abstrich auf das Virus getestet.
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Im Pandemiekrankenhaus wird mittlerweile jeder Patient, auch wenn er nicht wegen Coronasymptomen kommt, per Abstrich auf das Virus getestet.

Der Standort Witzenhausen des Klinikums Werra-Meißner ist aktuell das sogenannte Pandemie-Krankenhaus für den Kreis.

Hier werden alle Patienten mit Corona-Infektion oder Corona-Verdacht untergebracht. Der gesamte Arbeitsalltag wurde umstrukturiert.

Abstriche

„Mittlerweile wird jeder Patient, auch wenn er nicht wegen Coronas-Smptomen kommt, per Abstrich auf das Virus getestet“, erklärt Marco Lubitz, Chefarzt der Inneren Medizin im Klinikum Werra-Meißner am Standort Witzenhausen. Das erfolgt auf der Station oder in der „Fieber-Zentralen-Notaufnahme“. „Die Symptome sind so unterschiedlich, dass nur ein Test Gewissheit bringt. Selbst in Eschwege, wo planmäßig keine Corona-Patienten im Klinikum untergebracht werden, wird jeder bei Aufnahme abgestrichen. Verdachtsfälle sind auch dort prophylaktisch zu isolieren“, erklärt Ärztlicher Direktor Dr. Peter Schott.

Normalstation

Hier liegen in Witzenhausen Patienten mit Corona-Infektion oder –Verdacht, die nicht so schwer krank sind, dass eine intensivmedizinische Behandlung notwendig ist. Am Donnerstag gab es 16 nachgewiesene Fälle und acht, bei denen noch das Prüfergebnis ausstand. Ärzte und Pflegepersonal streifen sich Schutzanzug, Schutzbrille, Handschuhen und Kopfschutz über, wenn sie in die Zimmer der Patienten gehen.

„Das macht die Arbeit ungleich anstrengender. Man schwitzt schon enorm, gerade jetzt, wenn es wärmer wird“, sagt Chefarzt Marco Lubitz.

Intensivstation

Dort sind die Sicherheitsvorkehrungen noch strenger. Es gibt eine Schleuse, in der Mitarbeiter ihre normale Kleidung ausziehen, Dienstkleidung anziehen und dann Schutzanzug und Co. überziehen. Ohne die ganze Ausrüstung gibt es gar keinen Zutritt. „Der Patientenkontakt ist hier viel enger, da dürfen wir kein Risiko eingehen“, so Dr. Peter Schott. Am Donnerstagmittag waren drei Corona-Patienten in der Witzenhäuser Intensivstation untergebracht. Nicht-Corona-Patienten soll es hier nicht mehr geben, die werden in Eschwege behandelt. Für Notfälle sind natürlich auch in Witzenhausen weiterhin Kapazitäten vorhanden. Die Beatmungsplätze in Witzenhausen wurden von vier auf zehn und in Eschwege von zehn auf 18 aufgestockt. Behandelt werden letztlich die Symptome wie Fieber, gegen Corona an sich gibt es noch kein Medikament.

Der Dank

Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Reuß, Geschäftsführer Christoph Rolf Maier, Ärztlicher Direktor Dr. Peter Schott und Pflegedirektorin Martina Wallbraun-Herwig waren vor Ort, um sich vom Chefarzt der Inneren Medizin, Marco Lubitz, über die Lage informieren zu lassen. „Wir danken den Mitarbeitern für ihren Einsatz. Teilweise arbeiten Pflegepersonal und Ärzte in anderen Abteilungen, alle ziehen an einem Strang“.

Alle aktuellen Infos rund um Corona im Werra-Meißner-Kreis gibt es in unserem News-Ticker.

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