Schutzgemeinschaft Deutscher Wald 

Miniermotte soll intensiver bekämpft werden 

Stark befallen: Lothar Freund (von links) Revierförster von Hausen erklärt Lothar Quanz und Ernst-Ludwig Steiß von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald an einem Kastanienblatt die Auswirkung der Miniermotte. Foto: Salzmann/Archiv

Eschwege. Seit sechs Jahren kämpft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gegen die Kastanienminiermotte. Der Schädling hat bereits viele der Rosskastanien zerstört. Durch konsequente Bekämpfung könnte die Vernichtung der Bäume verhindert werden. Im November wird es Aktionen gegen die Schmetterlingslarve geben. Vorsitzender Lothar Quanz ruft zur Beteiligung auf.

AKTUELLE SITUATION

Viele weiß blühende Kastanien - und nur diese Art - stehen nach dem Befall der Miniermotte schon im Frühsommer mit verdorrtem Laub da, werden anfällig für Pilze und Bakterien. Langfristig kann es dadurch zu existenziellen Schädigungen der Bäume kommen, weil durch den Ausfall der grünen Blätter keine Photosynthese mehr stattfinden kann. Fällt aber dieser für das Wachstum der Bäume so wichtige Faktor immer wieder aus, bricht auch die Abwehrfähigkeit der Bäume zusammen.


DIE MINIERMOTTE

Seit 1989 erobert die Miniermotte einer Invasion gleich vom Balkan aus fast ganz Europa. In Deutschland hat sich die Motte über Bayern und Baden-Württemberg mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Jahr ausgebreitet und ist seit 2003 auch in den nördlichen Bundesländern anzutreffen. Die Miniermotte hat sich vor allem auf die Rosskastanie spezialisiert. Der Schmetterling legt seine Eier auf der Oberseite der Blätter ab. Nach dem Ausschlüpfen der Raupen bohren sie sich in die Blätter und beginnen einen Fraßgang anzulegen. Die letzte Generation überwintert in den Kastanienblättern. Im Frühling steigen hieraus die ersten Schmetterlinge wieder auf und der Kreislauf beginnt von Neuem.
ERSTE ERFOLGE

Bisher gibt es nur ein einziges wirksames Mittel, die Parasiten zu bekämpfen: Der Vermehrungskreislauf der Motten muss radikal unterbrochen werden. „Dies geschieht am besten im Herbst durch Einsammeln und Vernichten der abgefallenen Kastanienblätter,“ erklärt der Kreisvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Lothar Quanz. Und weiter: „Dort, wo in den letzten Jahren konsequent das Laub eingesammelt und fachgerecht entsorgt wurde, zeigen sich deutlich die Erfolge der Aktion“, sagt Quanz.

LAUBSAMMELN

Für den 14. November ist ein bundesweiter Aktionstag angesetzt. Geplant sind regionale Sammelaktionen im gesamten November. Die Kommunen, besonders aber die Einwohner, sollen beim Einsammeln des Laubes mithelfen. „Eine pädagogisch sinnvolle Lösung wäre es, wenn Schulen oder Kitas eine Patenschaft für eine Kastanie übernehmen“, sagt Quanz. In vielen Kommunen stehen Container bereit. Das Kastanienlaub kann man kostenlos auf der Deponie in Weidenhausen abgeben.

Von Tobias Stück 

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