Leidenschaft für das Spiel

Seit 30 Jahren auf der Bühne: Karin Perels vom Jungen Theater Eschwege

Steht seit 30 Jahren auf der Bühne: Karin Perels (Mitte) vom Jungen Theater Eschwege. Hier ist sie in ihrer Rolle im Stück „My Fair Lady“ zu sehen. Foto: privat

Eschwege. Ihr größtes Geschenk zum 30-jährigen Bühnenjubiläum macht sich Karin Perels vom Jungen Theater Eschwege selbst. Am Samstag spielt sie auf der Waldbühne die Rolle des Waldgeistes Puck in der neuesten Inszenierung des Sommernachtstraums von William Shakespeare.

Am 10. Juni 1987 stand Karin Perels mit dem Volksstück „Pfarrer Sträubelein“ zum ersten Mal auf der Bühne. Das Stück handelte vom Rambacher Pfarrer, der zu Zeiten Napoleons im Kirchenbuch die jungen Männer seiner Gemeinde zu Frauen machte, damit sie nicht eingezogen wurden. Karin Perels spielte die Rolle des Vikars Schneider, einer Figur in der Gemeinde.

Zwischen damals und heute liegen mehr als 50 Inszenierungen mit über 300 Aufführungen. „Leidenschaft und Liebe zum Theater ist das, was mich immer wieder auf die Bühne treibt“, sagt Karin Perels. Im Jungen Theater, das sie mit ihrem Mann Sebastian und einer Handvoll weiterer Mitstreiter 1993 gegründet hat, ist sie von Anfang an und ohne Unterbrechung aktiv.

„Ich spiele grundsätzlich alles“, sagt sie heute. Zu ihren liebsten Rollen zählen Caliban aus Shakespeares Sturm, Otto Frank, Vater von Anne Frank und Käptn Hook aus Peter Pan. „Und jetzt natürlich Puck“, sagt sie. „Wenn es die Rolle verlangt und die Regie mich behutsam leitet, kann ich auch zum richtigen Zeitpunkt weinen, auch schreien – ich spiele nicht mit angezogener Handbremse“, sagt Karin Perels.

Mit der Präsenz auf der Bühne ist es aber für Karin Perels nicht getan. „Ich bin eine Theaterfrau mit allem, was dazu gehört“, sagt sie. Sie hat bei einigen Stücken Regie selbst geführt, entwirft und schneidert Kostüme, baut Kulissen, schleppt Stühle und kümmert sich viel um organisatorische Dinge. Oft, vor allem, wenn ein neues Stück vor der Aufführung steht, ist sie fast jeden Tag in den Theaterräumen im Eschweger E-Werk zu finden. An diesem Ort werden auch die meisten Stücke aufgeführt.

„Für mich ist es auch immer wieder spannend, vor neuen Herausforderungen zu stehen“, sagt sie. Musicals zum Beispiel. Ein Mitstreiter sagte damals zu ihr: „Ihr habt aber Mut.“ Sie entgegnete: „Den brauchen wir auch.“

„Die Arbeit im Ensemble ist für mich besonders wichtig, weil man durch die Theaterarbeit immer wieder mit anderen Theaterbegeisterten zusammenkommt“, sagt sie. „Erfolgreich ist, wer andere erfolgreich macht.“ Besonders toll findet sie das Eschweger Publikum. „Wenn in einer Stadt mit knapp 20 000 Einwohnern mehr als 1000 zu einer Inszenierung kommen, dann zeigt das, wie groß das Interesse an Kultur in unserer Region ist.“ 

• Derzeit spielt das Junge Theater Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ auf der Waldbühne in Eschwege. Aufführungen sind am 10., 11., 17. und 18. Juni sowie am 1. Juli.

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