Immer für die Jugend da

Seit 50 Jahren ist er Feuerwehrmann: Dieter Polster 

Seit 50 Jahren Feuerwehrmann: Dieter Polster aus Niederdünzebach hat sich neben dem aktiven Dienst in der Einsatzgruppe der Jugend gewidmet. Foto: Harald Triller

NIEDERDÜNZEBACH. Er gehört zu den Feuerwehrmännern vom Scheitel bis zur Sohle. Dazu passt natürlich haargenau, dass Dieter Polster aus Niederdünzebach ein echtes Jubiläum feiern kann, denn er steht seit 50 Jahren für den Brandschutz ein, war in dieser Zeit vor allem für die Jugend da.

Ein halbes Jahrhundert Feuerwehr, dahinter stehen Einsätze als Aktiver, Führungsqualitäten im Verein und bei der Brandschutzerziehung sowie bei unzähligen Schulungen, Lehrgängen und Seminaren, die er absolviert oder selbst geleitet hat.

Die lange Karriere begann 1967. Er gehörte zu den Gründern der Jugendfeuerwehr Eschwege, die in diesem Jahr, wie Dieter Polster, das 50. Jubiläum begeht. „Nur ein Jahr später, den Tag werde ich nie vergessen, weil es der 11.11. war, vollzog sich der Wechsel in die Aktivengruppe“, erinnert er sich gerne zurück. „Damals waren wir in der Einsatzgruppe sage und schreibe 80 Personen. Zum Vergleich: Heute sind es rund 40.“

1974 hat er seine Ehefrau Ulrike geheiratet und ist ein Jahr später nach Niederdünzebach gezogen, wo er, gemäß seiner in Kassel erworbenen Qualifikation, sofort das Amt als Jugendwart der dortigen Feuerwehr übernahm. Neben der gezielten Arbeit mit dem Nachwuchs hat Dieter Polster auch bei den Aktiven alte Zöpfe abgeschnitten. „Frauen im aktiven Dienst wollte hier niemand, da musste ich einschreiten“, schmunzelt der 66-Jährige beim WR-Gespräch. Und da sich in dieser Zeit viele ältere Kameraden zurückgezogen haben, war es gut, dass die Feuerwehr Niederdünzebach auf die intakte Jugendarbeit bauen konnte. „Der bestens geschulte Nachwuchs sorgte sofort für eine schlagkräftige Truppe“, so Dieter Polster weiter.

Obwohl er zweimal als stellvertretender Wehrführer fungierte, von 1993 bis 1998 sowie von 2003, bis er das Amt 2012 an Sohn Christian abtrat, schlägt das Herz von Dieter Polster für den Nachwuchs. Das wird auch deutlich bei seinem Einsatz in Sachen Brandschutzerziehung. „Vor 17 Jahren habe ich mich entschlossen, im Kindergarten am Eschweger Himmelreich, der im wahrsten Sinne des Wortes auf den Namen die kleinen Strolche hört, die Brandschutzerziehung zu übernehmen. Ich rechne hoch, denke, es waren bis zur Gegenwart 340 Mädchen und Jungen, die durch meine Schule gegangen sind“, so seine Bilanz. Und seit fünf Jahren lädt Dieter Polster an einem der drei Tage auch die Eltern mit ein, die sich dabei selbst ein Bild über den Brandschutz machen können. Da liegt seine Berufung zum Wertungsrichter, die der Kreisjugend-Feuerwehrverband 2010 ausgesprochen hat, auf der Hand.

Mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres ist der aktive Feuerwehrdienst vorbei. Nicht aber für Dieter Polster: „Ich durfte mich dank einer positiven medizinischen Untersuchung und der daraus resultierenden Genehmigung unseres Bürgermeisters über fünf weitere Jahre in der Einsatzabteilung freuen.“

Als der nun bald 67-Jährige mit 65 ausgeschieden ist, folgte eine Gesetzesänderung. Feuerwehrleute über 65 dürfen danach weiterhin Schulungen oder Lehrunterricht abhalten, was Dieter Polster nach wie vor akribisch umsetzt. „Und zum Gerätewart hat mich die Feuerwehr Niederdünzebach obendrein auch noch ernannt“, sagt er mit einem Lächeln.

Klar, dass er sich an seine ersten Großeinsätze noch erinnert: „Ich war 19, als am Johannisfestfreitag 1969 die Firma Wehncke abgebrannt ist. Und auch Mitte der 70-er Jahre, als das Schlosshotel zum Flammenmeer wurde, war Johannisfest. Diesmal wurden wir am Montag vom Festzelt aus zum Einsatz gerufen“, denkt Dieter Polster auch an das Hochwasser 2002 in Dessau, wo er vor Ort Hilfe geleistet hat.

Neben seinem ganz persönlichen Schrank, in dem viele Miniaturen sein Feuerwehrleben widerspiegeln, bezeugen freilich auch hohe Ehrungen seine Anerkennung für den Dienst im Sinne der Allgemeinheit. Unter vielen anderen Auszeichnungen erhielt Dieter Polster vom Landesverband das goldene Brandschutzehrezeichen am Bande, das Ehrenzeichen der Kreisstadt Eschwege in Gold, die Floriansmedaille des Jugend-Landesverbandes und die Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes.

Neben seinen Aktivitäten in der Feuerwehr gehört er zu den Gründern des Heuberger Sportvereins, und er ist seit 1991 Standartenträger beim Fanfarenzug Eschwege.

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