Zweites Halbjahr soll es richten

SMA übt sich nach Umsatz- und Gewinneinbruch in Optimismus

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Dunkle Wolken am Solarhimmel: Wie andere Unternehmen in der Branche kämpft auch SMA mit Verlusten. Nach dem schlechten Jahresauftakt enttäuschte auch das zweite Quartal. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon (Bild oben) hofft auf das zweite Halbjahr. Fotos: dpa

Niestetal / Kassel. Im Gespräch mit Analysten beschwört SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon eine Zukunft für den Solartechnik-Konzern, die weitaus sonniger ist als die trübe Gegenwart: Mit neuen Produkten, Kostensenkungen und reger Betriebsamkeit in Wachstumsmärkten will SMA wieder die Kurve zum Gewinn kriegen.

Die Botschaft an die Finanzexperten ist klar: SMA steckt zwar im Tief, arbeitet sich aber wieder heraus. Gerade erst übernahm SMA von der Münchner Phoenix Solar AG (Sulzmoos) das Europa-Geschäft mit Betriebsführungs- und Wartungsdienstleistungen.

Vor einer Woche hatte der Konzern seine Jahresprognose zusammengestrichen und sich von der Aussicht auf einen operativen Gewinn verabschiedet. Dass die am Donnerstag vorgelegten Zahlen schlecht ausfielen, überraschte da nicht. Im zweiten Quartal sackte der Umsatz um ein Drittel auf 164,8 Millionen Euro ab.

Der Verlust vor Zinsen und Steuern war von April bis Ende Juni mit 39,9 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie vor Jahresfrist. Das Konzernergebnis sank im zweiten Quartal von minus 10,4 Millionen auf minus 28,2 Millionen Euro.

Pierre-Pascal Urbon

Nicht nur das Geschäft mit Wechselrichtern für kleine und mittelgroße Solaranlagen bröckelt. Auch die Sparte Power Plant, die Solarkraftwerke ab einer Leistung von 500 Kilowatt ausstattet und vor Jahresfrist noch schwarze Zahlen vorwies, verabschiedete sich im ersten Halbjahr 2014 in die Verlustzone.

Einer der Hoffnungsträger ist der Wechselrichter Sunny Boy Smart Energy, der mit einer Batterie bis zu zwei Kilowattstunden Solarstrom speichern kann. Neu ist auch ein sogenanntes Hybridsystem. Es kann Solarstrom in Netze integrieren, die von Dieselgeneratoren gespeist werden.

Doch neben dem Ziel, neue Produkte auf den umkämpften Solarmarkt zu boxen und sich einen weltweiten Marktanteil von 15 Prozent zu sichern, heißt die Devise: Sparen. Etwa 65 bis 75 Millionen Euro wird ein Kostensenkungsprogramm in diesem Jahr bringen. Doch auch an den Beschäftigten geht der Rotstift nicht vorbei. Etwa 600 Arbeitsplätze werden bis Ende nächsten Jahres gestrichen – ab 2016 will der Konzern so 40 Millionen Euro einsparen. Urbons Zahlen kamen an der Börse schlecht an.

Die SMA-Aktie verlor bis zum Abend 2,67 Prozent auf 20,20 Euro. Doch zum Spielball von Spekulanten wird sie nicht werden: Nur ein Viertel der Aktien wird an der Börse gehandelt – der Rest gehört den Gründern, ihren Stiftungen und Familien sowie dem dänischen Danfoss-Konzern.

Von Barbara Will

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