Timo Lübeck (CDU) sehr enttäuscht

So hat Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg gewählt: Michael Roth (SPD) verteidigt Direktmandat

Hersfeld-Rotenburg. Michael Roth (SPD) hat zum sechsten Mal das Direktmandat im Wahlkreis 169 errungen. Nach Auszählung aller 412 ausgezählten Wahlbezirken konnte er 41,2 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen.

Sein CDU-Kontrahent Timo Lübeck, der gezielt um Erststimmen geworben hatte, kam nur auf 29,9 Prozent und wird deshalb nicht in den Bundestag einziehen. Er ist schwer enttäuscht.

„Ich habe auf Sieg und nicht auf Platz gesetzt“, sagte Roth. Er freue sich über sein Ergebnis, sei aber traurig über das Abschneiden seiner Partei auf Bundesebene. 

Drittstärkste Kraft ist auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg die AfD. Deren Direktkandidat Stefan Wild erzielte 12,5 Prozent der Stimmen. Sabine Leidig, Spitzenkandidatin der Hessischen Linken, kam auf 5,5 Prozent der Stimmen und zieht über die Liste ebenfalls in den Bundestag ein. Der FDP-Kandidat Manfred Lister errang 5,0 Prozent der Stimmen, Martina Selzer von den Grünen kam auf 4 Prozent. Dr. Emmanuel Ngassa von den Freien Wähler erhielt 1,8 Prozent der Stimmen.

Was die Bundestagskandidaten noch am Wahlabend zu sagen hatten:

Michael Roth (SPD): Dass er zum sechsten Mal das Direktmandat gewonnen hat, das war für Michael Roth gestern „das Schöne an diesem traurigen Abend. Das Ergebnis meiner Partei schmerzt mich sehr“, sagte er und sieht im Einzug der AfD in den Bundestag einen „historischen Einschnitt“. Jetzt gehe es ans Eingemachte, die Arbeit werde „alles andere als leicht“. Für die SPD gelte es, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Timo Lübeck (CDU): „Das Ergebnis ist natürlich eine herbe Enttäuschung, denn selbstverständlich sind wir angetreten, um zu gewinnen. Wir haben in den vergangenen Wochen hart gekämpft und hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht. Ich gratuliere Herrn Roth. Unser Abschneiden werden wir in den nächsten Tagen genauer analysieren.“ Auch das Bundesergebnis sei eine Schlappe. Nun müsse eine stabile Koalition her.

Martina Selzer (Grüne): „Ich bin zufrieden mit dem Abschneiden der Grünen.“ Die Aussicht sei gut, die Ziele der Grünen in einer möglichen Koalition mit CDU und FDP einzubringen. „In dieser Konstellation könnten als erstes Steuererleichterungen für kleine und mittlere Einkommen umgesetzt werden, um der AfD Wind aus den Segeln zu nehmen. Wir müssen alles tun, damit es denen besser geht, die sich jetzt abgehängt fühlen.“

Sabine Leidig (Die Linke): „Wir sind froh, dazugewonnen zu haben, aber vom Ergebnis insgesamt entsetzt.“ Mit der AfD sitze zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg eine rassistische Partei mit einem zweistelligen Ergebnis im Bundestag. Den Grund für das schlechte Ergebnis der Sozialdemokraten sieht Leidig darin, „dass die SPD keine klare Aussage zu einem Politikwechsel“ gemacht habe.

Stefan Wild (AfD): „Ein schönes Ergebnis. Das Wichtigste ist, dass die AfD mit einer guten Fraktionsstärke im Bundestag ist. Ich bin natürlich heute Abend sehr zufrieden, das ist doch kein Frage, schließlich ist das Ergebnis äußerst respektabel. Wir müssen jetzt mal das Landesergebnis abwarten und analysieren. Aber der Grundtenor bleibt Freude und Zufriedenheit.“

Manfred Lister (FDP): „Ich freue mich über das Ergebnis meiner Partei.“ Die Konstellation mache eine Regierungsbildung sehr schwierig. Für eine Koalition mit Beteiligung von FDP und Grünen fehle ihm die Fantasie, dass das klappen könnte, so der Liberale. „Für Deutschland ist das keine glückliche Situation, aber das ist jetzt kein Wunschkonzert, es muss weitergehen für das Land.“ 

Dr. Emmanuel Ngassa (Freie Wähler): „Ich finde das Ergebnis nicht ermutigend. Aber die Wahl wurde überschattet vom Frust der Wähler über die bisherige Politik in Berlin. Den wollten sie loswerden. Das hohe Ergebnis für die AfD zeigt, dass die im Bundestag vertretenen Parteien versagt haben. Für die FWG gilt nun, in vier Jahren zu zeigen, dass „wir die Partei der Mitte“ für alle Bürger sind.

Die Ergebnisse des Wahlkreises 169 bei den Zweitstimmen nach Auszählung aller 412 Wahlbezirke:

CDU: 29,4 Prozent

SPD: 32,6 Prozent

AfD: 13,1 Prozent

FDP: 8,5 Prozent

Die Linke: 6,7 Prozent

Grüne: 6,0 Prozent

Freie Wähler: 0,9 Prozent

Die Partei: 0,7 Prozent

NPD: 0,5 Prozent

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