Zwischen Mai und September 31 500 Besucher im Espada

Schwimmbad: Zwei Millionen Euro für ein neues Becken

Im Technikkeller: Schwimmmeister Udo Schneider, Geschäftsführer Markus Lecke und der technische Leiter Ralf Herrmann begutachten die Wartungsarbeiten im Eschweger Schwimmbad. Foto: Sagawe

Eschwege. Knapp zwei Millionen Euro investieren die Stadtwerke in den Ausbau und die Modernisierung des Hallenbades in Eschwege. In der Einrichtung entsteht ein weiteres Schwimmbecken, das multifunktionell genutzt werden kann. Schon im kommenden Monat werden die Rohbauarbeiten beginnen.

„Wir haben die ausgeschriebenen Arbeiten vergeben und können jetzt loslegen“, kündigt Ralf Herrmann, technischer Leiter der Stadtwerke, an. „Alle Aufträge gehen an Unternehmen in der Region“, sagt Geschäftsführer Markus Lecke, „in den Ausschreibungsergebnissen wurde der gesteckte Kostenrahmen eingehalten.“ Mit der Fertigstellung rechnet das Versorgungsunternehmen im Oktober kommenden Jahres.

Das Multifunktionsbecken aus Edelstahl wird zwölf Meter lang und acht Meter breit sein. Die Besonderheit: Der Boden ist variabel und kann stufenlos verstellt werden. Die Wassertiefe wird so den unterschiedlichen Nutzungsarten angepasst. Per Knopfdruck wird aus dem bis zu zwei Meter tiefen Bassin innerhalb weniger Minuten ein Nichtschwimmerbecken, in dem Grundschüler gefahrlos üben können. Und nachts wird der flexible Boden als Abdeckung genutzt. Das Wasser hält die Temperatur mit geringem Energieverbrauch.

Im Sommer viele Gäste

Mit 31 500 Gästen hatte das Eschweger Schwimmbad in diesem Sommer mehr Besucher als alle anderen Bäder im Werra-Meißner-Kreis. Das teilte Markus Lecke, Geschäftsführer der Stadtwerke, gestern mit. Das Energieversorgungsunternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kreisstadt und Betreiber der Freizeiteinrichtung.

Die Zahl wurde zwischen Mitte Mai bis Mitte September erreicht, obwohl das Schwimmbad in dieser Zeit wegen Wartungsarbeiten auch noch vorübergehend geschlossen war. „Wir wählen für diese routinemäßigen Reparaturen und Erneuerungen immer die beiden Wochen unmittelbar nach den hessischen Sommerferien“, erklärt Schwimmmeister Udo Schneider. Das sei der Zeitraum, in dem die wenigsten Besucher die Einrichtung nutzten.

Zum Großreinemachen werden die gesamten 750 Kubikmeter Wasser aus dem Schwimmbecken abgelassen. Die Reinigungsfilter werden gewartet. In den Duschen, anderen sanitären Einrichtungen und übrigen Bereichen mit Fliesen tauschen die beauftragten Firmen beschädigte Kacheln aus und erneuern die Dehnungsfugen. „Es gibt kein Material, das bei so hoher, dauerhafter Luftfeuchtigkeit und geringer Zirkulation nicht Schimmel ansetzt“, weiß Schneider. Die Erneuerung sei aber ebenso wie der Austausch beschädigter Kacheln nur während der jährlichen vierzehntägigen Badschließung möglich.

„Wenn eine beschädigte Fliese ausgetauscht wird, muss zunächst der Untergrund mit einer Abdichtschicht gespachtelt werden, die aushärten muss, bevor die Kachel geklebt werden kann“, erklärt Ralf Herrmann, technischer Leiter der Stadtwerke. In einem dritten Schritt müsse ausgefugt werden. Deswegen könne es schon mal bis zur nächsten Badschließung dauern, bevor eine defekte Fliese erneuert werde, sagt Herrmann: „Gefahrenstellen werden aber sofort beseitigt.“

Während der jüngsten Wartungsphase wurden auch die Decke in der Herrendusche erneuert und defekte Schließmechanismen in den Umkleidekabinen erneuert. „Die mussten extra für uns angefertigt werden, weil die Ersatzteile nicht mehr auf dem Markt verfügbar sind“, so Herrmann. Verzögerungen, die manchmal auch Badegäste verärgern, seien nicht immer zu vermeiden.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Bad ordentlich geführt wird, das Personal zuvorkommend und die Einrichtungen in einem sehr guten Zustand sind“, findet Manfred Rodeike trotzdem. Er ist regelmäßiger Schwimmbadbenutzer. Fünfmal pro Woche besucht der Eschweger die Freizeiteinrichtung und ist mit Service wie Angebot, Hygiene und Standard hochzufrieden.

von Harald Sagawe

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