Telefon- und Onlineberatung gefragt

Sparkasse Werra-Meißner verzeichnet mehr Geld auf zinslosen Konten

Pressekonferenz Sparkasse 2019, Marc Semmel.
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Der Vorstand der Sparkasse Werra-Meißner: (von links) Marc Semmel, Stefan Guth, Andreas Eifler, Dietmar Janz und Lutz Römer.

Mit gemischten Gefühlen blickt der Vorstand der Sparkasse Werra-Meißner in die Zukunft. Zwar konnte das heimische Geldinstitut ein ordentliches Geschäftsjahr vorweisen, doch der Wettbewerb werde härter.

Durch die niedrigen Zinsen werde es für die Bank immer schwieriger, Gewinne zu erwirtschaften, sagte Vorstands-Chef Marc Semmel bei der Bilanzpressekonferenz.

Um einen Euro Ertrag zu erwirtschaften, müsse man derzeit Kosten von 0,72 Euro aufbringen – 2016 waren es 0,63 Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung, das den unternehmerischen Erfolg der Bank kennzeichnet, lag 2019 bei 12,1 Millionen Euro (Vorjahr: 14,9 Millionen Euro).

Kundeneinlagen 

1,24 Milliarden Euro betragen die Einlagen der Kunden (Vorjahr: 1,17 Milliarden). Viele würden ihr Geld auf Sparbüchern, Giro- oder Tagesgeldkonten lassen, um tagesaktuell darüber verfügen zu können – konkret betrifft das 890 Millionen Euro (Vorjahr: 830 Millionen). „Viele Kunden wollen kein Risiko eingehen“, sagt Semmel. Wegen der Inflation (derzeit etwa 1,1 Prozent), verliere das Geld aber auf diesen Konten an Wert, da man dort keine Zinsen erhalte. Der Wertpapierbestand der Privatkunden liege bei 326 Millionen Euro. Negativzinsen werden nur bei Neukunden mit einem Vermögen von mehr als 100 000 Euro erhoben.

Kredite 

Das Kreditvolumen blieb bei 1,08 Milliarden konstant, so Semmel. Wegen der niedrigen Zinsen stieg bei den Privatkunden das Interesse an Wohnungsbaukrediten, 2019 wurden dafür Kredite im Wert von 180 Millionen Euro zugesagt (+ 20 Millionen). Firmen würden weniger investieren, da sich die Konjunktur abschwäche, zudem scheine es derzeit kaum Ideen für zukunftsträchtige Investitionen zu geben.

Mitarbeiter und Filialen 

Die Personalkosten machten zwei Drittel der Ausgaben der Bank aus. 300 Personen arbeiten für die Sparkasse, so Pressesprecher Lutz Römer. Ende 2018 waren es noch 355 Mitarbeiter. Bei dem jetzigen Rückgang handele es sich aber um „normale Fluktuation“. Stellen würden nicht nachbesetzt, Aufgaben umverteilt, sagt Semmel. In den drei Hauptberatungscentern in Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau wurde 2019 viel in moderne Technik investiert. Am Netz der 16 Filialen sowie „Überlandsparkasse“ im Lkw wolle man festhalten, gleichwohl werde die Wirtschaftlichkeit der Standorte regelmäßig überprüft, sagt Semmel.

Neue Wege 

Die Nachfrage nach Alternativen zur Vor-Ort-Beratung steige, so Semmel. 2019 seien vom Service-Team 102 000 Telefonate geführt, 12 000 E-Mails beantwortet und 3300 Kunden per Chat weitergeholfen worden. 54 Prozent aller Überweisungen seien von den Kunden per Online-Banking erledigt worden.  

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