Starkes Zeichen gegen Rechts

Spontane Kundgebung nach Hakenkreuzen an der Anne-Frank-Schule in Eschwege

Gemeinsam gegen rechts: Zusammen ziehen Schülervertretung, Schulleitungen von Anne-Frank-Schule, Friedrich-Wilhelm-Schule, Brüder-Grimm-Schule sowie die Politiker und das Staatliche Schulamt eine neue Regenbogenflagge für Vielfalt und gegen Ausgrenzung auf.
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Gemeinsam gegen rechts: Zusammen ziehen Schülervertretung, Schulleitungen von Anne-Frank-Schule, Friedrich-Wilhelm-Schule, Brüder-Grimm-Schule sowie die Politiker und das Staatliche Schulamt eine neue Regenbogenflagge für Vielfalt und gegen Ausgrenzung auf.

Mit einem spontanen Statement haben Schüler, Lehrer und Politiker am Montagmorgen an der Anne-Frank-Schule in Eschwege ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und rechte Hetze gesetzt. 

Eschwege – Als Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe am Samstag Wind von der Sache bekommen hatte, zeigte er sich gleich solidarisch. Als äußeres Zeichen wollte er am Montagmorgen um 8 Uhr eine Regenbogenflagge, die zuvor am Rathaus hing, der Schule stiften.

Kurzerhand erklärten sich auch Landrat Stefan Reuß und Wilhelm Gebhard, Bürgermeister der Stadt Wanfried (Außenstelle der Anne-Frank-Schule), bereit, mitzumachen.

Vielfalt, Offenheit und die Werte der Anne Frank wurden in diesem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht.

Kerstin Ihde, Schulleiterin

Und die Runde der Unterstützer wurde schnell größer. Auch die anderen Eschweger „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ kamen. Schulamt und Schülervertretung warenr ebenfalls gleich mit von der Partie.

Denn ihr Werk war es in erster Linie, das zerstört wurde. Maira Wiegand, Alexa Critan und Selin Akin von der Schülervertretung hatten nach dem Eklat zur EM in München dafür gesorgt, dass mit den Regenbogenfahnen vor der Schule ein Bekenntnis zur Vielfalt gesetzt wurde.

Schon zuvor hatten Schüler mit dem Künstler Steffen Tsamaltoupis das Wandbild am Gebäudeteil C in einer sechs Wochen dauernden Projektarbeit angebracht. Schüler mit Migrationshintergrund und Deutsche hatten das Bild gemeinsam geschaffen. „Vielfalt, Offenheit und die Werte der Anne Frank wurden in diesem Kunstwerk zum Ausdruck gebracht“, erklärt AFS- Schulleiterin Kerstin Ihde.

Hatte den Stein ins Rollen gebracht: Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe überreichte am Montagmorgen eine neue Regenbogenfahne. Daraus wurde eine Welle der Solidarität für die AFS.

Als Schüler einer Schule, die den Namen Anne Frank trage, habe man eine besondere Verantwortung bei Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus. „Wir sind schockiert über diese Tat, und als Schüler dieser Schule, die auch eine Schule gegen Rassismus und für Courage ist, vertreten wir die klare Botschaft, dass wir so etwas nicht akzeptieren“, sagten die Schülervertreter.

Solche Taten seien oft nur der Anfang von dem, was sich entwickeln kann, sagte Landrat Stefan Reuß. „Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass die Vielfalt unserer Gesellschaft nicht zerstört wird. So etwas hat in unserem Land nichts zu suchen.“ Am Staatlichen Schulamt wurde dieser „Angriff auf Freiheit und Demokratie“ mit großer Betroffenheit registriert.

Es sei ein wichtiges Zeichen, dass sich die Eschweger Courage-Schulen zusammenschließen und gemeinsam ein starkes Zeichen gegen rechts setzen. Vor Ort waren auch Dr. Birgit Renke (FWS) und Ute Walter (BGS). „Schule ist so viel mehr als nur Mathe, Deutsch und Englisch“, sagte Eberhard Hohlbein vom Staatlichen Schulamt.

Für die Neugestaltung hat Steffen Tsamaltoupis schon eine Idee. „Es wird eine Antwort-Wand werden“, sagt er. Auf einer Höhe von fast sieben Metern werden riesige Menschen aus aller Welt herunterschauen und sich lustig machen. „Sollte dieser Sprayer oder ein anderer wiederkommen, werden die Figuren auf ihn herabschauen und ihn auslachen.“ Die Kosten für Farbe und Gerüst wird der Werra-Meißner-Kreis zur Verfügung stellen.

Von Tobias Stück

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