Eschwege: Berufliche Schulen fordern mehr Unterricht für Flüchtlinge

Eschwege. Ekkehard Götting, Leiter der Beruflichen Schulen in Eschwege, fordert zusätzliche Angebote für junge Flüchtlinge, die für den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland vorbereitet werden sollen. Das aktuelle meist zweijährige Förderprogramm Intea – das steht für Integration durch Anschluss und Abschluss – ist nach Ansicht Göttings gut, greift aber zu kurz.

 „Ich wünsche mir, dass die jungen Menschen danach weitermachen können“, sagt der Schulleiter. An den Beruflichen Schulen in Eschwege werden 54 Flüchtlinge im Alter von 16 und 17 Jahren in drei Intea-Klassen unterrichtet. In Witzenhausen nehmen das Angebot 57 Jugendliche wahr. Unterrichtsziel ist in erster Linie der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse. „Wer nach nur zwei Jahren Deutschunterricht einen Ausbildungsplatz bekommt, benötigt begleitende Sprachschulung“, sagt auch Elisabeth Franz, Leiterin der Beruflichen Schulen in Witzenhausen. „Fachtexte sind sonst eine echte Herausforderung.“ Ebenso wie ihr Eschweger Kollege stellt sie fest, dass nach zwei Jahren Intea nur in Einzelfällen überhaupt ein Schulabschluss erreicht wird. Dabei schätzt zumindest Ekkehard Götting das Potenzial hoch ein. „70 Prozent der jungen Flüchtlinge könnten den Hauptschulabschluss schaffen, 30 Prozent sogar den Realschulabschluss“, sagt er. Das setze aber ein oder zwei Jahre zusätzlichen Unterrichts voraus. Einen Unterstützer hat Götting im SPD-Landtagsabgeordneten Lothar Quanz, der neben der Erweiterung der Dauer auch eine Heraufsetzung des Einstiegsalters fordert. Ausgelegt ist das Programm lediglich für die über Sechzehn- und unter Achtzehnjährigen. Wer bereits volljährig ist, wird nicht zugelassen. Ein Fehler, wie Quanz findet. „Das Programm ist gut, kann aber nicht allen helfen“, verteidigt Philipp Bender, Sprecher des Kultusministeriums, Intea.

Mehr zum Thema in der gedruckten Mittwochausgabe und im e-paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare