Bunt und Vielfältig

Sprachrohr für Migranten: Tag der offenen Tür beim Ausländerbeirat

Beim Tag der offenen Tür des Ausländerbeirats: (von links) Evelina Tolpina, Reza Mokhtari, Amirhossein Yazdani, Mousa Yousefi, Kian Yousefi, Ainaz Basanjideh, Hanna Yousefi und Pavlo Gorulya.
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Beim Tag der offenen Tür des Ausländerbeirats: (von links) Evelina Tolpina, Reza Mokhtari, Amirhossein Yazdani, Mousa Yousefi, Kian Yousefi, Ainaz Basanjideh, Hanna Yousefi und Pavlo Gorulya.

„Je bunter und vielfältiger, desto besser“ – unter diesem Motto versteht der Ausländerbeirat der Stadt Eschwege seine Arbeit. Jetzt lud er zum Tag der offenen Tür ein.

Eschwege – 1993 gab der damalige Eschweger Bürgermeister Jürgen Zick die Anregung zur Gründung. Ein Jahr später wurde der Ausländerbeirat ins Leben gerufen.

Seither dient er hauptsächlich als Sprachrohr für jene, die nach Eschwege gekommen sind, weil sie wegen Kriegen oder politischer Verfolgung aus ihren Heimatländern flüchten mussten.

Der Vorstand des Ausländerbeirats wird zu allen Sitzungen der Gremien der Stadt Eschwege eingeladen und kann dort – stellvertretend für alle Menschen mit Migrationshintergrund – sagen was sie bewegt. „Auch, wenn sie kein Wahlrecht haben, haben sie das Recht zu sprechen und zu sagen, was sie denken“, erklärt Evelina Tolpina, die selbst aus Russland kommt und im Vorstand des Ausländerbeirats ist.

Auch das Zusammenbringen der verschiedenen Menschen, Kulturen und Ethnien ist etwas Wichtiges, das der Vorstand sich zur Aufgabe gemacht hat. So werden Feste veranstaltet, die typisch für die Heimatländer der Migranten sind. Zum einen, um das Heimweh zu mildern, zum anderen auch, um ein Stück der eigenen Kultur weiterzugeben, heißt es vonseiten des Ausländerbeirats. Ainaz Basnjideh, die vor sieben Jahren mit ihrer Familie aus dem Iran nach Eschwege kam, hat im letzten Jahr ein persisches Fest, das Nouruz-Fest, organisiert.

Aber auch das für Eschwege typische Johannisfest wird gefeiert und im Festumzug läuft der Ausländerbeirat mit.

Außerdem engagiert sich der Ausländerbeirat in verschiedenen Initiativen wie „Bunt statt braun“ oder „Runder Tisch Integration“, um einander das Gefühl zu geben, dass sie dazugehören.

Für Bürgermeister Alexander Heppe sei es eine Selbstverständlichkeit, einander zu helfen und die, die Hilfe suchen, aufzunehmen, sagt er, ebenso wie Markus Claus (SPD), dessen Frau aus dem Sudan kommt und die selbst langjähriges Mitglied im Ausländerbeirat war.

Die Situation sei für viele der Mitglieder des Ausländerbeirats nicht leicht, denn einige sind erst seit Kurzem in Deutschland und leben in Flüchtlingsheimen. Trotzdem seien sie froh und dankbar, hier sein zu dürfen und so was, wie den Ausländerbeirat zu haben.

Aber es brauche Zeit, um anzukommen. So sagt Ainaz Basnjideh über ihre Tochter, die in Deutschland geboren ist: „Sie ist unsere Wurzel hier in Eschwege.“ Natürlich würden viele ihre Heimat vermissen, aber Eschwege ist mit der Zeit auch zu ihrer neuen Heimat geworden und sie versuchen, das Beste aus der Situation hier vor Ort zu machen.  (ab)

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