Auswahlverfahren für die Ausbildung

Wer beim Sporttest bei der Eschweger Bundespolizei mit macht, muss fit sein

Sie wollen Polizeibeamte werden: Maxim Kalinichev (von links), Jan Wächtershäuser und Hilal Yurt beim Ausdauertest.
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Sie wollen Polizeibeamte werden: Maxim Kalinichev (von links), Jan Wächtershäuser und Hilal Yurt beim Ausdauertest.

Springen, sprinten, schwitzen: Beim Sporttest der Bundespolizei in Eschwege müssen die Bewerber vor allem körperliche Fitness beweisen.

Eschwege – Wer Polizist werden will, hilft anderen Menschen und steht für Recht und Ordnung ein. Doch bevor es so weit ist, müssen die Bewerber ein umfangreiches Auswahlverfahren durchlaufen, das sie für die Ausbildung zulässt. Bei den Eignungstests müssen sie körperliche, aber auch mentale Fitness beweisen.

So ergeht es am Donnerstag auch den acht Kandidaten, die für die ersten beiden Teile des Auswahlverfahrens für den mittleren Vollzugsdienst bei der Bundespolizei in Eschwege waren. Der Druck, unter dem sie stehen, ist nicht zu unterschätzen. Denn wer nur einen der vier Prüfungsteile nicht schafft, fällt durch, erklärt Polizeihauptkommissar Thomas Weber vom Auswahldienst der Bundespolizei in Eschwege.

Zuerst steht am Donnerstag ein schriftlicher Test an, dann der Sporttest. Sechs von acht Bewerbern sind nach dem Diktat eine Runde weiter. Nun sind Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer gefragt. Die Bewerber müssen drei Disziplinen schaffen und mindestens sechs von 15 Punkten erreichen, um den Sporttest zu bestehen.

Die Anwärter beginnen mit einem Koordinationstest, bei dem sie in einer festen Reihenfolge über insgesamt drei Hindernisse springen und direkt wieder darunter hindurch kriechen müssen.

Erst drüber: Jan Wächtershäuser springt beim Koordinationstest über eine von drei Stangen.
Dann drunter durch: Maxim Kalinichev kriecht unter der Stange durch.

Der Leistungsdruck ist groß und die Regeln streng: Denn wer die Aufgaben in der falschen Reihenfolge löst oder auch nur ein paar Zehntelsekunden zu langsam ist, wird disqualifiziert. So ergeht es einem Bewerber bei der zweiten Disziplin, dem Pendellauf. Auf den vier kurzen Zehn-Meter-Sprints rutscht er immer wieder mit den Schuhen weg. Vier Zehntel fehlen ihm nur zu der Mindestzeit von 10,9 Sekunden. „Er ist wirkte sehr sportlich. Schade, dass es am Schuhwerk scheitert“, sagt Polizeihauptmeister Andreas Kubiak. Bei der nächsten Auswahlrunde darf er es noch mal probieren – mit rutschfesten Schuhen.

Bis zu der letzten Disziplin, dem Cooper-Test, schaffen es drei Bewerber. Nun kommt es auf ihre Ausdauer an. In zwölf Minuten müssen sie eine bestimmte Mindeststrecke zurücklegen: die Männer mindestens 2300 Meter, die Frauen 1900 Meter.

Verletzungsbedingt bricht eine Bewerberin ab, die aber bald die Möglichkeit hat, den Sporttest zu wiederholen. Maxim Kalinichev und Jan Wächtershäuser kommen reibungslos durch und haben die ersten beiden Prüfungsteile erfüllt.

Sporttest bei der Bundespolizei: „Grundfitness defiinitiv erforderlich“

Und wie fühlt man sich nun nach bestandener Sportprüfung? „Erleichtert“, sagt der 20 Jahre alte Maxim Kalinichev aus dem Ruhrgebiet. „Ich hatte Respekt vor dem Diktat und dem Koordinationstest“, sagt der 19-jährige Jan Wächtershäuser aus dem Wetteraukreis. In zwei Wochen geht es für die beiden zum Vorstellungsgespräch und zur polizeiärztlichen Untersuchung. Dann haben sie alle Etappen hinter sich.

Die Hälfte der Bewerber, die an diesem Donnerstag zudem Sporttest angetreten sind, haben es nicht geschafft. Das ist aber nicht die Regel, betont Weber: „Eine gewisse Grundfitness ist aber definitiv erforderlich.“

Kubiak empfiehlt allen Bewerbern, sich vorher über die Tests zu informieren und entsprechend zu trainieren. „Ein Video, in dem jede Hürde genau erklärt wird, gibt es online.“ Die Aufgaben seien machbar, wenn man etwas trainiert ist, findet Polizeihauptmeisterin Manja Peschtrich, die bei den Tests die Zeiten misst.

Und das sagt auch meine eigene Erfahrung. Froh, immerhin relativ regelmäßig Sport zu treiben, stelle ich mich auch selbst dem Sporttest bei der Bundespolizei. Mit neun Punkten in der Gesamtwertung bin ich zufrieden. Luft nach oben ist dennoch. Denn während Koordination und Sprint mir weniger Probleme machten, muss ich mich durch den Cooper-Test mit rotem Kopf regelrecht durchbeißen. Ein Zeichen, mehr für seine Ausdauer zu tun, was der heftige Muskelkater am Folgetag spürbar unterstreicht. (Von Jessica Sippel)

Hier gibt es den sportlichen Eignungstest von der Bundespolizei zum Anschauen:

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