Eschwege soll plastikfrei werden

Der Magistrat der Stadt Eschwege soll eine Strategie entwickeln, wie Veranstaltungen künftig ohne Plastik auskommen. Außerdem sollen die Verursacher multiresistenter Keime ermittelt werden. 

Eschwege– Neueste Informationen über den Kindergartenbau, ein Antrag der Koalition aus CDU, FDP und FWG, Eschwege plastikfrei zu machen, und der Wunsch, die Verursacher der multiresistenten Keime in der Werra zu ermitteln, waren die beherrschenden Themen der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Eschwege.

Kita-Neubau in eschwege

 Die Fertigstellung wird sich nach Angaben von Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) verschieben. Statt August 2020 wird derzeit Februar 2021 angepeilt. Grund dafür sind bislang ausgebliebene Zusagen von Fördermitteln. Es stehen noch 1,5 Millionen vom Land Hessen und 1,2 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm aus. Die sollen nach Heppe Angaben in der nächsten Woche eintreffen. Der Baubeginn ist dann für den 12. Dezember vorgesehen.

Markus Claus (SPD) kritisierte die verspätete Fertigstellung: „Weiter mit drei Notgruppen zu agieren ist keine Werbung für eine familienfreundliche Kreisstadt.“

Plastikfreies Eschwege

 Nach Wünschen der Koalition aus CDU, FWG und FDP soll der Magistrat eine Strategie entwickeln, wie durch die Stadt selbst aber auch bei Veranstaltungen und Festen in Eschwege auf Plastik verzichtet werden kann. Weiterhin soll eine Aufklärungskampagne gestartet werden, die erklärt, wie man Plastik in Eschwege zukünftig vermeiden kann. Außerdem soll geprüft werden, ob man für Eschwege ein Gütesiegel entwickelt, dem sich bspw. die Stadt, Schulen, Gastronomie und Einzelhandel in Eschwege verpflichtet fühlen. „Angesichts immer größer werdender Müllberge und Plastikverschmutzung in den Meeren sollte auch die Kreisstadt Eschwege künftig einen größeren Beitrag leisten“, begründete Antragsteller Jochen Grüning den Vorstoß.

Ein „Schritt in die richtige Richtung“, nannte SPD-Abgeordneter Stefan Fiege den Antrag. Ihm ging der Vorstoß aber noch nicht weit genug. Bewusstsein und Verhalten der Menschen müssten sich ändern. Für Vanessa Grauer (Bündnis 90/Die Grünen) sollten junge Menschen über die Fridays-For-Future-Bewegung mit ins Boot geholt werden. Sie forderte eine Social-Media-Kampagne, um Jüngere anzusprechen.

Multiresistente Keime im Abwasser

Die wurden in der Alten Wehre zwischen dem Klärwerk in Niederhone und Werra gefunden. Um zu untersuchen, wer die Verursacher sind, stellte die Stadtverordnetenversammlung bei elf Enthaltungen und zwei Gegenstimmen 100 000 Euro zur Verfügung. Knut John (SPD) war der Meinung, mit diesen Ergebnissen nichts anfangen zu können, weil es keine rechtliche Grundlage gäbe, multiresistente Keime zu verhindern. Heppe drängte auf einen schnellen Beginn der Untersuchung, um die Klärwerk-Mitarbeiter vor den Keimen zu schützen.

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