Stalking im Werra-Meißner-Kreis:Opfer sind hier hauptsächlich Frauen

Werra-Meißner. Von Stalking (siehe Hintergrund) sind im Werra-Meißner-Kreis ausschließlich Frauen betroffen. Etwa zwei bis drei Opfer betreut die Außenstelle des Vereins Weißer Ring Werra-Meißner in Eschwege im Jahr.

Dabei sind die Täter in den meisten Fällen Ex-Partner, die einer gescheiterten Beziehung nachtrauern.

„Bundesweit sind über 80 Prozent der Opfer weiblich“, bestätigt Jörg Probstmeier, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Weißen Rings im Kreis. Laut einer Statistik des Vereins seien diese durchschnittlich 34 Jahre alt; die Stalker im Durchschnitt vier Jahre älter. „In den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um Ex-Partner oder beziehungssuchende Stalker“, so Probstmeier weiter.

Birgit Schünemann-Homburg von der Frauenberatungsstelle des Vereins Frauen für Frauen – Frauen für Kinder im Werra-Meißner-Kreis kümmert sich um Betroffene und berichtet: „Häufig ist es für die Frauen eine große Herausforderung, den Kontakt nach einer gescheiterten Beziehung komplett abzubrechen, gerade wenn Kinder im Spiel sind“, sagt Schünemann-Homburg „und das, obwohl die Täter zielgerichtet versuchen, das Leben des jeweiligen Opfers massiv zu beinträchtigen.“

Dauerhafte Belästigungen oder Verfolgungen gehen an von Stalking betroffenen Menschen nicht spurlos vorbei. Folgen von Nachstellung sind Panikattacken, Depressionen, der Verlust sämtlicher Sozialkontakte bis hin zu Suizidgedanken.

Um dem Psychoterror schnellstmöglich ein Ende zu bereiten, rät die Polizei, sich nach Erstattung einer Strafanzeige nicht zu zieren, die Hilfe von den örtlichen Beratungseinrichtungen in Anspruch zu nehmen. „Dort erhalten die Opfer eine umfassende Betreuung“, meint Jörg Künstler von der Polizeistation in Eschwege.

Was ist Stalking?

Der Begriff Stalking, juristisch Nachstellung, leitet sich von dem englischen Verb „to stalk“ – sich anpirschen – ab und kommt aus der Jägersprache. Er bezeichnet das durchgängige Belästigen und Verfolgen einer Person. Sogenannte Stalker versuchen dabei, Macht und Kontrolle über einen Menschen auszuüben. Typische Formen der Belästigung sind sich ständig wiederholende Anrufe, E-Mails und Nachrichten auf elektronische Endgeräte des Opfers. Das Auflauern und Verfolgen einer Person gehören ebenfalls dazu. Nachstellung ist seit März 2007 strafbar und wird nach §238 des Strafgesetzbuches mit einer Freiheits- oder Geldstrafe geahndet. (mf)

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