Verein Familiengerechte Kommune unterstützt

Stark machen für Familien: Landkreis startet Auditverfahren

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Vertragsunterzeichnung: Im Sitzungssaal des Landgrafenschlosses besiegeln Beatrix Schwarze, Geschäftsführerin des Vereins Familiengerechte Kommune, und Landrat Stefan Reuß den Auftakt zum einjährigen Zertifizierungsverfahren „Familiengerechter Landkreis“.

Der Werra-Meißner-Kreis setzt ab sofort noch mehr auf Familiengerechtigkeit. Unterstützt durch den Verein Familiengerechte Kommune wird der Kreis ein einjähriges Auditverfahren durchlaufen.

Den entsprechenden Vertrag haben Landrat Stefan Reuß und Beatrix Schwarze, Geschäftsführerin des Vereins Familiengerechte Kommune, am Mittwochnachmittag unterzeichnet.

Welche Überlegung liegt dem Vorstoß zugrunde?

Familien sind ein wichtiger Standortfaktor für den Landkreis. „Familien siedeln sich dort an, wo attraktive Arbeitsplätze und Wohnraum, eine funktionierende Infrastruktur sowie generationenübergreifende Angebote vorhanden sind“, sagt Landrat Stefan Reuß. Diese Bedingungen seien selbstverständlich auch für Unternehmen relevant, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollten.

Wo steht der Kreis aktuell in Sachen Familiengerechtigkeit?

Eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts zur demografischen Lage der Nation bescheinigt dem Kreis eine gute Ausgangssituation. „Wir möchten die bisherige Arbeit des Lokalen Bündnisses für Familie auswerten und den Kreis im Ergebnis noch familienfreundlicher machen“, erklärt Landrat Stefan Reuß. Das Thema werde innerhalb der Kreisverwaltung als Querschnittaufgabe verstanden.

Was ist im Jahr 2020 konkret vorgesehen?

Die kreisweiten Strukturen werden im Zuge des Audits in den Blick genommen. Dieser Prozess macht transparent, wie die jeweiligen Zuständigkeiten von Kreis und Kommune optimierter gestaltet werden können. In einer vorgeschalteten Analysephase herangezogen werden etwa die bereits gesammelten ökonomischen und sozialdemografischen Daten der Bevölkerung. „Am Ende des Prozesses ergeben sich Strategieempfehlungen – realitätsnahe, konkret formulierte Ziele – die nach entsprechendem Beschluss im Kreistag in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden können“, erklärt Beatrix Schwarze.

Welchen Nutzen hat der Landkreis?

Der konkrete Nutzen für den Kreis besteht darin, die Infrastruktur kreisweit bedarfsgerecht und langfristig zur Verfügung stellen und anpassen zu können. „Mit den Kommunen entsteht eine neue Form des Miteinanders unter der thematischen Klammer Familiengerechtigkeit“, sagt Beatrix Schwarze. Die Beteiligung der Städte und Gemeinden ebenso wie die der Akteure, die sich bereits jetzt für Familien im Werra-Meißner-Kreis stark machen, sei von ganz besonderer Bedeutung. Darüber hinaus sollen mit Projektmitteln neue Ideen aufgegriffen werden.

Welche Themen werden bearbeitet?

Familienpolitik im Kreis ist vielfältig. Das Handlungsfeld „Familie und Arbeitswelt, Betreuung“ etwa fokussiert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Bildung und Erziehung“ stellt die Frage: Wie werden Kinder und Jugendliche gefördert und gebildet?“ Dazu gehören weiterhin die Bereiche „Beratung und Unterstützung“, „Wohnumfeld und Lebensqualität“, „Senioren und Generationen“.

Externe Begleitung für Kommunen

Der gemeinnützige Verein Familiengerechte Kommune hat das Ziel, während eines demokratischen Prozesses – dem sogenannten Audit – Landkreise, Städte und Gemeinden durch externe Begleitung dabei zu unterstützen, nachhaltige Lösungen für Familien- und Generationengerechtigkeit zu finden. Durch diese Unterstützung soll die Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik, Akteuren und Bürgern positiv beeinflusst werden. Der Verein pflegt dazu Kontakte unter anderem zu dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Landkreistag.

Weitere Informationen: familiengerechte-kommune.de

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