Zusammenstöße steigen 

Gefahr durch Wild droht - steigende Zahl an Unfällen 

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Gefahr durch Wild droht - steigende Zahl an Unfällen 

Die Zahl der Wildunfälle im Kreis steigt deutlich an. Waren es 2014 noch 504 Zusammenstöße von Autos mit Wildtieren, sind es im vorigen Jahr schon 705 gewesen. 

Die Zahl der Wildunfälle im Werra-Meißner-Kreis ist deutlich gestiegen. Wie Polizeisprecher Alexander Först auf Anfrage berichtet, gab es im Jahr 2018 insgesamt 705 Wildunfälle. 2014 waren es noch 534 Zusammenstöße zwischen Autos und Wildtieren, seither stieg die Zahl konstant: 2015 waren es 584, 2016 insgesamt 627 und 2017 schon 705 Fälle. „Im Jahr 2019 sind derzeit 514 Wildunfälle registriert. Bis Jahresende werden da aber sicher noch einige hinzukommen“, so Först.

Meistens verenden die Tiere bei Unfällen 

Während viele Rehe und Wildschweine bei einem Unfall verendeten, ging es für die beteiligten Menschen meist glimpflich ab. 2018 habe es nur sechs Wildunfälle mit Personenschaden gegeben – fünf Autofahrer wurden leicht, einer schwer verletzt. Der angerichtete Sachschaden war mit 1,033 Millionen Euro mehr als beachtlich. 

Zum Vergleich: Im benachbarten Altkreis Münden gibt es pro Jahr zwischen 200 und 300 Wildunfälle mit einem Gesamtschaden von mehr als 600 000 Euro, hat die Polizeiinspektion Göttingen erhoben. Dort wurde 2018 eine Person schwer und ein Beteiligter leicht verletzt, teilt Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke mit.

Diese Strecken sind gefährlich: 

Laut Först gibt es im Kreis mehrere Strecken, die anfällig für Wildunfälle sind: Dazu gehören B250 zwischen den Wanfrieder Stadtteilen Altenburschla und Heldra, die B452 auf Höhe der Domäne Vogelsburg zwischen Eschwege und Reichensachen, die B451 zwischen Witzenhausen und Hundelshausen, die Straße zwischen Walburg und Velmeden und zwischen Sontra und Ulfen auf Höhe des Ortes Lindenau.

Gefahr besteht das ganze Jahr - vorallem aber zwischen September und Dezember

Laut Arnecke besteht die Gefahr von Wildunfällen das ganze Jahr über, vor allem aber von September bis Dezember: „Das wird von vielen Verkehrsteilnehmern unterschätzt.“ Nach der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit würden sich plötzlich die Zeiten des Wildwechsels und des Berufsverkehrs überlappen. 

Unfallzeiten seien vorrangig die Morgen- und Abendstunden. Als Hauptunfallursachen gelten nicht angepasste Geschwindigkeit und die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. „Wildunfälle passieren nicht, sie werden verursacht“, sagt Arnecke.

Tipps zum richtigen Verhalten: 

Alexander FörstPolizeisprecher

Polizeisprecher Alexander Först von der Polizeidirektion Werra-Meißner und Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke von der Polizei-Inspektion Göttingen haben zum Thema Wildunfälle Tipps zusammengestellt, wie sich Verkehrsteilnehmer verhalten sollten:

Mit angepasster Geschwindigkeit fahren und bremsbereit sein. 

- Besondere Vorsicht gilt in derMorgendämmerung

- Den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Auto vergrößern, nur so kann rechtzeitig reagiert werden. 

- Bei Wildwechsel muss mit Nachzüglern gerechnet werden, ein Tier kommt selten allein. 

- Wenn Wild am Straßenrand auftaucht, stark und kontrolliert abbremsen, auf keinen Fall ausweichen. Im Zweifelsfall sollte man den Zusammenprall mit dem Tier hinnehmen. 

- Das Fernlicht abblenden und hupen sowie zur Warnung des nachfolgenden Verkehrs die Warnblinkanlage einschalten. 

- Ist ein Unfall passiert, Warnweste anziehen und die Unfallstelle absichern. 

- Deutlich sichtbar ein Warndreieck aufstellen. 

- Von einem verletzten Tier Abstand halten, diese reagieren panisch und können Personen verletzen. 

- DiePolizei (110) alarmieren, sie kann die Unfallstelle absichern und den Verkehr regeln, falls das Auto abgeschleppt werden muss. 

 - Der Jagdpächter muss verständigt werden, wenn das Tier nicht mehr auffindbar ist, aber verletzt sein könnte oder aufgrund der Verletzungen „erlöst“ werden muss“, sagt Först. . Wird ein Tier seinen Qualen und Leiden überlassen, kann dies den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Der Unfallfahrer kann haftbar gemacht werden, wenn durch das angefahrene Wild ein Folgeunfall passiert.

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