Uwe Gondermann: "Stimmung ist einmalig"

Johannisfest: Der Organisator vor dem Start im Interview

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Chefplaner: Uwe Gondermann organisiert das Johannisfest. Fünf Tage feiern die Eschweger vom kommenden Donnerstag bis zum Montag nächster Woche. Foto: Sagawe

Eschwege. Uwe Gondermann ist bei der Stadt Eschwege mit der Organisation des Johannisfestes beauftragt. Im Interview redet er über das fünftägige Fest und die Höhepunkte der Veranstaltung.

Herr Gondermann, wann beginnen Sie mit der Vorbereitung des Johannisfestes?

Uwe Gondermann: Unmittelbar nach Ende des Johannisfestes beginnen die Vorbereitungen auf das kommende Jahr. Mit einer Manöverkritik aus den Schulen, von den Sicherheitskräften, der Schausteller und den vielen anderen Beteiligten hole ich mir wichtige Anregungen für das nächste Fest.

Bedeutet das, dass Sie bei der Stadt Eschwege ausschließlich mit der Organisation des Johannisfestes beauftragt sind?

Gondermann: Nein. Etwa 50 Prozent meiner Arbeitszeit gehören dem Johannisfest. Mit der anderen Hälfte kümmere ich mich um unsere Städtepartnerschaften, die Patenschaften zu den Schiffen von Bundespolizei und Bundeswehr sowie der zum Flugzeug der Lufthansa. Weiterhin gehört die Sportförderung der Stadt zu meinem Aufgabenbereich. Wir unterstützen insbesondere Eschweger Sportvereine, ihre Einzelveranstaltungen und stellen insgesamt zwölf städtische Sportstätten unentgeltlich für den Sportbetrieb zur Verfügung.

Wie erklären Sie sich das ungebrochene Publikumsinteresse am Johannisfest?

Gondermann: Aus meiner Sicht hängt das mit der besonderen Atmosphäre zusammen. Da wären am Freitagabend das offene Flair in der Innenstadt oder am Samstagvormittag der Maienzug. Wenn das Dietemannlied auf dem Marktplatz gesungen wird, ist das Gänsehaut-Feeling. Das Johannisfest vermittelt den Menschen ein Wir-Gefühl. Die Stimmung in der Stadt ist einmalig. Das ist Freude pur.

Welches ist Ihre Lieblingsveranstaltung?

Gondermann: Das ist der Samstag, wenn die Schüler mit den Maien auf dem Marktplatz eintreffen und das Dietemannlied singen. Für mich ist das ein ganz besonderer Moment. Das heißt aber nicht, dass ich einen der anderen Programmpunkte missen möchte.

Die beiden Festzüge schauen sehr umfangreich aus. Wie gelingt Jahr für Jahr der reibungslose Ablauf?

Gondermann: Ja, das ist in der Tat eine logistische Herausforderung. Am Sonntag zum Beispiel treffen sich in kürzester Zeit rund 3500 Festzugteilnehmer einschließlich 15 Musikformationen, Symbolfiguren, Mandatsträger und Ehrengäste auf dem Schulberg. Jede Gruppe muss ihren Platz zugewiesen bekommen und wird nach Beginn des Festzuges pünktlich um 14 Uhr an der vorgesehenen Position in den dann laufenden Festzug wieder eingereiht. Gut, dass hier viele Teilnehmer festzugerprobt sind.

Wie feiern Sie selbst Johannisfest?

Gondermann: Das ist ein Spagat. Ich versuche schon, das Johannisfest, so gut es eben geht, in vollen Zügen mitzunehmen und zu erleben. Das funktioniert aber immer nur in Verbindung mit meinen Pflichten. Ich möchte mir auf der einen Seite schon mal zwei Stunden Zeit für meine Familie, meine Freunde und mich selbst nehmen, sollte aber trotzdem immer in der Nähe des Geschehens sein. Bei aller Geselligkeit darf der Blick für die Pflicht nicht verloren gehen.

Wie erholen Sie sich von dem ganzen Stress?

Gondermann: Wenn die Festanalyse erfolgt ist und die Dinge in der Stadt und auf dem Festplatz wieder ihren normalen Verlauf nehmen, versuche ich, ein paar Tage Urlaub zu nehmen. Aber dann warten schon wieder die Festlichkeiten in den Partnerstädten . . .

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie am Johannisfest verändern?

Gondermann: Warum fällt mir da spontan nichts ein? Das kann eigentlich nur daran liegen, dass mir alles gut gefällt, so wie es ist und ich keine Änderungswünsche habe. Es darf alles so bleiben. Vielleicht sollten wir das Fest noch mal um die gleiche Zeit verlängern. Aber im Ernst: Es wäre eine Überlegung wert, den Tanz der Schüler nach dem Sonntagsfestzug im Tanzkreis auf dem Werdchen in zeitgemäßer Form wieder ins Programm mit aufzunehmen und damit eine weitere alte Tradition des Johannisfestes wieder aufleben zu lassen.

Von Harald Sagawe

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