Homeschooling

Streikende Technik zerstört Vorarbeit: Unterricht nun online und auf Distanz

Intensive Vorbereitung: Die Fünftklässler der Anne-Frank-Schule in Wanfried, Jonah und Enna, erledigen hier gerade mit ihrer Klassenlehrerin Janina Zuber ihre Kunstaufgaben aus dem Lanis-Portal.
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Intensive Vorbereitung: Die Fünftklässler der Anne-Frank-Schule in Wanfried, Jonah und Enna, erledigen hier gerade mit ihrer Klassenlehrerin Janina Zuber ihre Kunstaufgaben aus dem Lanis-Portal.

Teilweise holprig sind die weiterführenden Schulen rund um Eschwege in den Distanzunterricht gestartet. Das landesweite Schulportal Lanis hielt nach Angaben der Schulen den hohen Zugriffszahlen am ersten Tag nicht stand. Am zweiten Tag funktionierte das System besser. Nun sind Ferien.

Eschwege – Das Abrufen der Aufgaben über das Schulportal Lanis war gleich zu Beginn nicht einfach. Die Eschweger Schulen Anne-Frank, Friedrich-Wilhelm und Brüder-Grimm hatten jeder für sich Probleme. Auch in Wanfried und Herleshausen funktionierte der Austausch nicht reibungslos. Und das, obwohl sich die Schulen auf den Unterricht im Homeschooling lange vorbereitet hatten.

Die Lehrkräfte hatten analog zum Stundenplan Arbeitsaufträge und Material für ihre Klassen und Kurse hochgeladen und jeweils die Abgabe für die Arbeitsergebnisse eingestellt. „Wir haben unsere gesamte Schulgemeinde für den Fall, dass es erneut zu einem Lockdown mit Distanzunterricht kommt, bestens vorbereitet“, so Schulleiterin Kerstin Ihde.

Alessia (vorne links) und Lina von der Anne-Frank-Schule in der Vorbereitung, unterstützt von ihren Lehrkräften Nadine Heinemann-Edelhofer und Tobias Schmidt.

Viel dazu beigetragen haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Digitalisierung, in der sich im digitalen Arbeiten besonders erfahrene Kollegen beider Standorte in Eschwege und Wanfried zusammengeschlossen haben: Dabei erprobten die Klassen den Ernstfall des erneuten Lockdowns und übten sich gemeinsam mit ihren Lehrern im Umgang mit Lanis – während der Unterrichtszeit in der Schule erledigten sie auf dem Schulportal eingestellte Aufgaben.

Dabei ging es aber längst nicht nur um das technische Know-how, sondern vor allem auch um die notwendigen Kompetenzen zur Planung und Umsetzung eigenverantwortlicher Lernprozesse. So erstellten sie Tages- und Wochenpläne, um die Erledigung ihrer Aufgaben aus dem Schulportal für sich selbst, aber auch die Lehrkräfte und Eltern transparent zu organisieren.

Dabei habe das Kollegium darauf geachtet, dass das Material nicht ausgedruckt werden müsse, um Aufgaben bearbeiten zu können. Das sei ein wichtiges Anliegen des Elternbeirates nach dem ersten Lockdown gewesen, so Kerstin Ihde.

Für Familien, die über keine mobilen Endgeräte verfügten, habe man für das Arbeiten im Distanzunterricht Tablets oder Laptops ausgeliehen. Die Zahl sei aber vergleichsweise gering.

Ernüchterung machte sich auch in der Schulleitung der Brüder-Grimm-Schule breit, nachdem man sich intensiv auf den Distanzunterricht vorbereitet hatte. „Wieder haben die Serverkapazitäten außerhalb der Schule nicht ausgereicht, um Videokonferenzen durchzuführen“, berichtet der stellvertretende Schulleiter Rainer Otte.

Das habe dazu geführt, dass das hessische Schulportal nicht genutzt werden konnte. „Wir sind der Meinung, dass diesmal ausreichend Zeit für die Verantwortlichen war, diese technischen Fragen zu lösen“, heißt es vonseiten des Schulleitungsteams. Der Distanzunterricht für die Zeit des Lockdowns sei seitens der Schulgemeinde gründlich vorbereitet worden.

Die Lehrer seien geschult, die Schüler in die Nutzung des Schulportals und der Videoplattformen eingearbeitet. Die Ausleihe zusätzlicher Endgeräte für Familien wurde über das Medienzentrum veranlasst, eine Nettiquette für Videokonferenzen habe man erstellt. Deswegen sei man über die technischen Schwierigkeiten enttäuscht. Am Donnerstag sei eine Verbesserung festzustellen gewesen.

Die Videokonferenzen am Donnerstag seien sehr gut gelaufen, weil man ein datensicheres Konferenztool namens „Big blue Button“ nutze, berichtet der stellvertretende Schulleiter Michael Degenhardt. Alle Jahrgangsstufen werden zurzeit auf Distanz unterrichtet. Sieben von 496 Schülern befinden sich dafür im Schulgebäude.

Auch die Friedrich-Wilhelm-Schule nutzte Lanis. Nach übereinstimmenden Berichten wurden die Funktionen reduziert. „Manche Schüler beschwerten sich über langsame Geschwindigkeiten“, berichtet Degenhardt. Das Hoch- und Runterladen der Aufgaben für die Schüler habe aber problemlos funktioniert. In den vergangenen Wochen wurden Schüler und Lehrer in Medienbildung geschult.  (ts)

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