Eschweger Strickclub stellt in der Sparkasse aus

Stricken für eine buntere Welt

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Posen für die Kunst. Emily Louapre und Saskia Marcinkiewicz, beide Lehrerinnen an der Freien Waldorfschule und begeisterte Strickaktivistinnen nach geschaffter Arbeit, den Audi A 1 für die Eschweger Automobilausstellung mit Maschen zu umhüllen.

Eschwege. Babymützen, Lohgerberwade, bunte Straßenbäume, Pop-Art-Blumen am Eschweger Bahnhof, ein bestrickter Audi A 1 zur Automobilausstellung, Strick-In während der documenta in Kassel.

Der Eschweger Strickclub hat auf farbenfrohe Weise in den letzten Jahren viele bunte Maschen um sich und die Stadt gestrickt. „Wir haben uns vorgenommen, Eschwege bunter und damit attraktiver zu machen“, sagt Ellen Schubert, Gründerin und Projektleiterin.

Den Impuls zur Gründung des Strickclubs gab 2008 die Frauenzeitschrift „Brigitte“, die Freunde der klappernden Nadel dazu aufgerufen hatte, für die Aktion „Save the Children“ Babymützen für Kinder der Dritten Welt zu stricken. 382 Mützchen kamen damals zusammen, gestrickt von Schülern, Eltern, Lehrern und Großeltern der Freien Waldorfschule.

Ellen Schubert strickte fleißig mit und machte 2009 auch der Stadt Eschwege das Angebot, das Begrüßungspäckchen der Stadt für Neugeborene um ein Babymützchen zu erweitern. Inzwischen sind daraus über 1000 geworden und auch Bad Sooden-Allendorf erfreut frischgebackene Eltern inzwischen mit den farbenfrohen Kopfbedeckungen.

Unterdessen war der Strickclub auf über 30 engagierte Stricker und Strickerinnen angewachsen. 2011 war der Strickclub älterer Damen aus dem thüringischen Kella, die das Handwerk schon ewig gemeinsam betreiben, dazugekommen. Seitdem strickten Jung und Alt bei regelmäßigen Treffen in der Waldorfschule für eine buntere Welt.

Der Strickclub wird damit zum Projekt, das Generationen verbindet und nimmt am Wettbewerb der Bürgerstiftung Werra-Meißner „Mach MitMensch“ teil. Bestrickung des öffentlichen Raums, Strickgraffiti und Strickguerilla sind die Ziele. Im Februar 2011 wird der Lohgerber unter dem Motto „Bestrickendes Eschwege“ am Stad in Eschwege enthüllt, dessen Wade und Messer bestrickt sind. Landrat Stefan Reuß gefällt das Strickwerk und er setzt sich letztendlich im Aufsichtsrat der Sparkasse für eine Ausstellung der Strickereien ein.

Doch zuvor wird der Club noch bei der Eschweger Automobilausstellung aktiv und kombiniert moderne Technik mit traditionellem Handwerk. Sie umstricken einen Audi, der zum echten Hingucker der Messe wird. Parallel werden Straßenbäume umstrickt, bis heute zu sehen am Schulgelände an der Eisenbahnstraße.

Doch auch die documenta ließen die Strickaktivisten nicht ungenutzt an sich vorüberziehen. Vor einem Kasseler Buchladen an der Treppenstraße lassen sie sich an einem Junitag zum Strick-In nieder und bestricken einen Sessel. Immer mehr fremde Menschen gesellen sich im Laufe des Tages zu den Eschweger Handarbeitern dazu, klappern mit den Nadeln und kommen ins Gespräch.

Am kommenden Freitag, den 8. Februar wird der Club eine Schau unter dem Namen „FarbenReich“ in der Sparkasse Werra-Meißner eröffnen und lädt um 17.30 Uhr zur Vernissage in die Friedrich-Wilhelm-Straße 8.

Von Stefanie Salzmann

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