Kein eindeutiges Bild für die Region

Strom-, Gas- und Wasserverbrauch bislang unauffällig: Krise im Kreis noch nicht messbar

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Ein Drehstromzähler: Er misst den Verbrauch von Haushalten. Im Werra-Meißner-Kreis wirkt sich die Coronakrise bislang nicht spürbar auf die Stromnachfrage aus.

Die Auswirkungen des Coronavirus sind vielfältig: Die Menschen im Werra-Meißner-Kreis verbringen wesentlich mehr Zeit in den eigenen vier Wänden, gleichzeitig verweilt die Industrie in manchen Branchen im Wartemodus, fährt die Produktion herunter.

Wirken sich diese Veränderungen auch auf den Verbrauch von Strom, Gas und Wasser aus? Eine Umfrage im Werra-Meißner-Kreis ergibt zumindest zum aktuellen Zeitpunkt noch kein eindeutiges Bild für unsere Region.

Der Stromverbrauch

„Wir können nicht feststellen, dass sich der Stromverbrauch durch die Coronakrise gegenüber dem Verbrauch in den vergangenen Jahren verändert hat“, sagt Steffen Schulze, Unternehmenssprecher vom kommunalen Versorger EAM. Der verteilt als Netzbetreiber in Nord- und Mittelhessen, Südniedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Strom und Gas an mehr als 280 Städte und Gemeinden – auch an Teile des Werra-Meißner-Kreises. Laut Schulze verbraucht ein Single-Haushalt in Deutschland im Durchschnitt 1000 Kilowattstunden pro Jahr, eine Familie mit zwei Kindern etwa 3500 Kilowattstunden.

„Da wir die Verbräuche unserer Kunden nur anhand der Zählerstände ermitteln können, ist uns eine Aussage erst am Jahresende möglich“, sagt Lisa Simatschek vom Elektrizitätswerk Wanfried. Allgemein ginge man zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, dass sich der Stromverbrauch der privaten Haushalte wegen der Corona-Pandemie erhöhen werde. Ein Faktor sei dabei auch das Wetter in den kommenden Wochen: Gingen die Menschen wegen des Sonnenscheins mehr vor die Tür, würde sich das ebenfalls auf den Verbrauch auswirken, so Simatschek vom Elektrizitätswerk Wanfried.

Der Gasverbrauch

Ähnlich wie beim Strom verhält es sich laut Steffen Schulze von der EAM auch beim Gas: Ein gesteigerter Gasverbrauch lässt sich in den vergangenen Wochen im Werra-Meißner-Kreis nicht feststellen. Im Gegenteil: „Lediglich aufgrund des warmen Wetters ist der Gasverbrauch saisonbedingt rückläufig“, sagt der Unternehmenssprecher.

Der Wasserverbrauch

„Nach Rücksprache mit unserer Fachabteilung sind im Bereich der Wasserversorgung keine signifikanten Erhöhungen hinsichtlich der Wasserverbräuche festzustellen“, sagt Alexander Dupont, der Stadtmanager Sontras. Dort werden rund 4200 Haushalte mit Wasser versorgt. Ein Single-Haushalt verbraucht laut Dupont durchschnittlich 35 Kubikmeter Wasser im Jahr. Eine Familie mit zwei Kindern 90 Kubikmeter.

Etwas fällt in Sontra dann aber doch auf: „Aufgrund der Hamsterkäufe von Toilettenpapier verstärkt sich die Problematik, dass für Toilettengänge Feuchttücher oder Haushaltsrollen verwendet werden, die sich im Wasser nicht auflösen“, sagt Dupont. Es werde deshalb laut Dupont dringend darauf hingewiesen, dass stets herkömmliches Toilettenpapier zu verwenden ist.

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