Stadtwerkechef Lecke glaubt aber nicht an 30 Prozent Steigerung

Strompreis: Stadtwerke rechnen mit Anstieg

Eschwege. Stadtwerkechef Markus Lecke teilt nicht die Befürchtung der großen Stromkonzerne in Deutschland, dass die Kosten für elektrische Energie bis 2020 um dreißig Prozent steigen werden. „Wir rechnen sicherlich mit Preiserhöhungen, aber längst nicht in diesem Umfang“, so Lecke gestern.

Mit dem weiteren Ausbau der Windenergie sieht er sogar Chancen, dass sich der Preis mit Hilfe der regenerativen Energiequellen stabilisiert. „Wenn der Einkaufspreis an der Strombörse in Leipzig auf acht Cent steigt, ist Windenergie konkurrenzfähig“, sagt er. Aktuell wird die Kilowattstunde mit knapp sieben Cent gehandelt.

Die Ursache für höhere Endkundenpreise sieht Lecke in erster Linie in den Industrieprivilegien in Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Viele Konzerne seien ganz oder teilweise von den EEG-Abgaben befreit und würden auch nur eingeschränkt für Netzbenutzung bezahlen. „Das müssen die Haushalte sowie kleine Gewerbetreibende mitbezahlen“, erklärt der Stadtwerke-Geschäftsführer.

Das Eschweger Versorgungsunternehmen, das weniger als drei Prozent seiner benötigten Energie selbst produziert, ist in der Preisgestaltung von einer ganzen Reihe fremdbestimmter Faktoren abhängig. Lediglich 35 Prozent des Endverbraucherpreises sind reine Stromkosten. Der viel größere Teil entstehe durch Steuern, Umlagen und Abgaben, die auf gesetzlichen Regelungen beruhten und nicht beeinflussbar seien.

Unter dem Strich bleiben den Stadtwerken Eschwege nach Leckes Angaben nur geringe Gestaltungsspielräume. „Das Geld wird mit der Stromproduktion verdient und nicht mit dem Handel.“ Um das Risiko der Preisschwankungen zu minimieren, kauft das heimische Unternehmen nach einer festen Strategie ein und sichert sich die benötigten Grundmengen vorausschauend.

Von Harald Sagawe

Rubriklistenbild: © Werra-Rundschau

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