Kreis und Kommunen sind gegen die Pläne

Suedlink-Trassen: Kreisbauernverband kritisiert den Eingriff in die Natur

Werra-Meißner. Komplett abgelehnt werden die beiden möglicherweise durch den Werra-Meißner-Kreis führenden Suedlink-Trassen sowohl von der Kreisverwaltung als auch von den betroffenen Kommunen und dem Kreisbauernverband.

In den mehrseitigen Stellungnahmen an den Stromnetzbetreiber Tennet begründen alle drei ihre Einwände mit negativen Auswirkungen auf die die Bevölkerung, Land- und Forstwirtschaft sowie auf die vielen Natur- und Vogelschutzgebiete. Hinsichtlich der Land- und Forstwirtschaft wird vor allem mit dem Bau der A 44 argumentiert. „Ein großes Problem besteht in der sehr starken Vorbelastung durch den Autobahn-Trassenbau“, heißt es etwa in dem Schreiben des Kreisausschusses. 

Bereits hier hätten Flächen abgegeben werden müssen. Auch würde der in der Region sehr gute Boden durch das Eingraben der Kabel in zwei Metern Tiefe Schäden davontragen – das angestrebte Trennen von Ober- und Unterboden sei „niemals möglich, zudem besteht Boden auch aus Lebewesen“, schreibt etwa Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. „Wir sehen den Eingriff durch den Graben als Totalschaden auf der Fläche an.“ 

Ebenfalls zerstört würden mit der Trasse die zahlreich vorhandenen Schutzgebiete im Kreis, argumentiert die Untere Naturschutzbehörde. Die ziehen viele Touristen an, sodass sich dieser Bereich zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt hätte – der in einer Region, in der es kaum andere Wirtschaftskräfte gebe, nicht zerstört werden dürfe. Zudem seien einige dieser geschützten Naturflächen wie etwa Karstgebiete durch ihre Auswaschungen kein geeigneter Baugrund. Kritik übt auch die Gemeinde Meißner vor allem an einer der beiden möglichen Trassen: Die würde direkt unter dem Spielplatz des Bergwildparks bei Germerode verlaufen.

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