Handgreiflichkeiten im Wahlkampf - Verteidiger: Landau lügt

30 Tagessätze für Attacke gegen CDU-Abgeordneten

Eschwege. Zu 30 Tagessätzen und damit in der Summe zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro hat das Amtsgericht Eschwege gestern den Linken-Kommunalpolitiker Siegbert Stenzel wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt.

Richter Dr. Alexander Wachter sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den CDU-Landtagsabgeordneten Dirk Landau während des Wahlkampfs im August vergangenen Jahres in Großalmerode verbal und körperlich attackiert hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte 100 Tagessätze gefordert, Stenzels Verteidiger plädierte auf Freispruch. Der Verurteilte kündigte unmittelbar nach dem Urteilsspruch an, in Berufung gehen und Landau seinerseits wegen Beleidigung anzeigen zu wollen.

Neun Zeugen waren während der Verhandlung gehört worden, darunter Dirk Landau und dessen Lebenspartnerin. Beide hatten ausgesagt, dass Stenzel den Abgeordneten am Hals gewürgt und unter anderem als „schwarze Sau“ und „CDU-Arsch“ beschimpft habe. Darüber hinaus soll er das Mobiltelefon des Politikers auf den Boden geworfen und dabei beschädigt haben. Die beiden ersten Vorwürfe sah Dr. Wachter als erwiesen an, letzteren nicht. Er habe keinen Zweifel an den Aussagen Landaus und seiner Partnerin. Gleichwohl machte Amtsgerichtsdirektor Dr. Wachter deutlich, dass er den Fall nach der Beweisaufnahme nicht so eindeutig im Schwarz-Weiß-Bild sehe, wie das zunächst den Anschein gehabt habe. „Es gab auch Beleidigungen in Richtung des Angeklagten, die nicht schmeichelhaft waren“, sagte Dr. Wachter und bezog sich auf die Aussage eines Zeugen, der angab, gehört zu haben, wie Landau seinen Widersacher als „asoziales linkes Element“ beschimpft hat.

Für Stenzels Anwalt sind die Aussagen des Abgeordneten und dessen Partnerin unglaubwürdig. „Landau lügt“, sagte er. Zu der Auseinandersetzung war es gekommen, weil Stenzel den CDU-Politiker verdächtigt hatte, Wahlplakate der Linken beschädigt zu haben.  Zum Tage

Von Harald Sagawe

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