Züricher Genossenschaft Migros will bei Handelsgruppe einsteigen

Tegut verhandelt über Verkauf an Großhändler

Kassel / Fulda. Viele Wochen wurde dementiert, dass die Fuldaer Lebensmittelgruppe Tegut Verkaufsabsichten hege. Nun die Kehrtwende: Wolfgang Gutberlet (68), Inhaber von Tegut, bestätigte gegenüber der Lebensmittelzeitung Verhandlungen mit der Schweizer Genossenschaft Migros Zürich - ein Großhändler mit umgerechnet 20,46 Milliarden Euro Umsatz.

Vieles spricht dafür, dass Tegut einen neuen Besitzer bekommt, auch wenn sich Sprecherin Andrea Rehnert gestern in der Fuldaer Tegut-Zentrale bedeckt gab: „Da die Gespräche zurzeit ergebnisoffen geführt werden, geben wir dazu keine Stellungnahme ab.“

Die Tegut-Gruppe zählte im vergangenen Jahr 312 Märkte in Nord- und Osthessen, in Teilen von Thüringen, Südniedersachsen und Bayern. Im Werra-Meißner-Kreis betreibt Tegut acht Geschäfte: in Eschwege, Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen, Abterode, Hessisch Lichtenau, Niederhone und Gertenbach. Die Filiale in Sontra war erst im Februar geschlossen worden.

Umsatz: 1,16 Milliarden Euro

Der Umsatz der Gruppe lag bei 1,16 Milliarden Euro. Thomas Gutberlet hatte aber unlängst in der Fuldaer Zeitung gesagt: „Wir haben kein Jahr für besonders gute Ergebnisse, und so nehmen wir in diesem Jahr auch Schließungen etwa von unrentablen Märkten vor. Aber Tegut befindet sich keineswegs in einer Krise.“

Über den Ertrag von Tegut ist nichts bekannt. Die Gruppe, die zum Ende des Jahres 6353 Menschen beschäftigte, hat im September das operative Handelsgeschäft - im wesentlichen die Supermärkte - aus der Familien-Stiftung herausgelöst und die eigenständige „Tegut gute Lebensmittel Einzelhandels KG“ gegründet.

Ende 2011 war Gutberlet senior aus dem Vorstand ausgeschieden. Er soll seit Längerem auf einen Verkauf hingearbeitet haben. Ein Familienzwist dürfte den Prozess beschleunigt haben. BLICKPUNKT

Von Martina Wewetzer

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