Facebook als Auslöser: Paul Henke forscht für seine Dissertation auch in der Redaktion der Werra-Rundschau

WR ist Teil einer Doktorarbeit

Seit Januar 2011 ist die Werra-Rundschau bei Facebook vertreten. 2149 Fans hat sie seitdem dazugewonnen. Sind auch Sie schon Fan der Werra-Rundschau? Screenshot: Stück

Eschwege. Die Werra-Rundschau ist wesentlicher Bestandteil einer wissenschaftlichen Dissertation. Der Doktorand der TU Dortmund Paul Henke forscht zurzeit zum Thema, wie soziale Netzwerke von Printmedien genutzt werden. Weil die WR als relativ kleine eigenständige Zeitung eine große Anzahl von Fans hat, wurde sie in Henkes Forschungen für seine Doktorarbeit aufgenommen.

Die Werra-Rundschau ist seit Januar 2011 im sozialen Netzwerk Facebook vertreten. Bereits am Abend vorher wird seitdem jeden Tag eine Auswahl von Artikeln der Printausgabe online gestellt. Mit Erfolg: Die Zahl der Fans stieg vom ersten Tag an rasant an. Heute sind es 2149 - Tendenz weiter steigend. Dieser starke Zulauf brachte der WR einen der vorderen Plätze im Ranking des Medien-Magazin Drehscheibe ein. 2011 belegte die Werra-Rundschau Platz sechs, in diesem Jahr ist sie immer noch in den Top Ten vertreten. Gemessen wurde die Anzahl der Fans, verglichen mit der Auflage der Zeitung. Dabei ließ die Werra-Rundschau renommierte Zeitungen wie Bild und Süddeutsche hinter sich.

Durch dieses Ranking wurde auch Paul Henke auf die WR aufmerksam. Im Gespräch mit Chefredakteur Dieter Salzmann und Redakteur Tobias Stück wollte er dem redaktionellen Konzept auf die Spur kommen. „Es ist ungewöhnlich, dass so eine kleine Zeitung so viele Fans hat“, sagt Henke. Er sieht den Erfolg der WR in der brachliegenden Internetpräsenz. „Die WR-Fans nutzen scheinbar den Facebook-Auftritt, um sich online über das Geschehen im Verbreitungsgebiet der WR zu informieren“, sagt Henke. Dieses System wird ab 1. August modifiziert, wenn die überarbeitete WR-Homepage an den Start geht. Dann wird man weiter über Facebook informiert werden, die eigentlichen Artikel sind aber auf der Homepage zu finden.

Paul Henke hat auch mit anderen Zeitungen wie dem Kölner Stadtanzeiger gesprochen. Wann seine Dissertation fertig sein wird, steht noch nicht fest. „Es gibt noch relativ wenige empirische Arbeiten über die Verwendung von sozialen Netzwerken“, sagt Henke, der vor seiner Doktorarbeit Journalistik mit Nebenfach Psychologie studiert hat. Durch seine Forschung wolle er diese Lücke schließen. Unterstützt wird er dabei von seinem Doktorvater Prof. Dr. Michael Steinbrecher. Der Grimme-Preis-Träger dürfte vielen eher bekannt sein durch die Moderation des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF oder von Großereignissen wie Fußball-Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen. Steinbrecher promovierte 2008 und bekam ein Jahr später einen Lehrstuhl an der TU Dortmund. www.facebook.com/ werra.rundschau

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare