Beim 24-Stunden-Blitzer-Marathon kontrollierte die Polizei auch im Kreis

Temposündern auf der Spur

Konzentrierter Blick: Oberkommissar Michael Schüble kontrolliert an der Bundesstraße 27 bei Sontra Geschwindigkeiten. Dabei versucht er mit dem Laser die Kennzeichen der Fahrzeuge anzuvisieren. Fotos: Deppe

Werra-Meissner. „Das ist keine Abzocke, was wir hier betreiben“, sagt Polizeikommissar Markus Kluge. „Wir sind zufrieden, wenn sich alle an die Geschwindigkeitsvorgaben halten.“ Das ist allein deswegen glaubhaft, weil sich die Beamten nicht verstecken.

Von Weitem sichtbar steht Oberkommissar Michael Schüble an der Bundesstraße 27 bei Sontra hinter seiner Messpistole, gut 500 Meter weiter auf dem Parkplatz seine Kollegen um Einsatzleiter Kluge in gelben Warnwesten.

In der Baustelle zu schnell: Über 100 Verstöße wurden innerhalb von fünf Stunden an der Reichensächser Straße festgestellt.

Eigentlich sollen an dieser Stelle die Temposünder herausgewunken werden, doch die scheinen gut informiert. Bis zum Mittag war nur ein Fahrer auffällig geworden, er hatte die erlaubten 80 Stundenkilometer um sieben überschritten. Daher gehen der Polizei hier auch andere Verkehrssünder ins Netz, darunter der Fahrer eines Lkw, der das Durchfahrtverbot missachtete oder eine Frau, deren Fahrzeug ein kaputtes Licht hatte. „Lichtkontrollen sollen im Oktober ohnehin verstärkt erfolgen“, sagt Kluge. Die geringe Zahl an Tempoverstößen überrascht ihn aber nicht. Es sei ja in allen Medien immer wieder über den Blitzer-Marathon berichtet worden. „und die nassen Straßen laden auch nicht gerade zum Schnellfahren ein.“

Das sieht wenige Kilometer weiter schon ganz anders aus. An der Reichensächser Straße wird im Baustellenbereich am Ortsausgang von Eschwege die Geschwindigkeit gemessen. Doch trotz enger und ansteigender Fahrbahn werden die erlaubten 50 Stundenkilometer von vielen Autofahrern ignoriert. In den ersten fünf Stunden nach Beginn der Messung hatte Ordnungspolizistin Constanze Schäffer bereits 114 Verstöße festgestellt. Sie sitzt im Polizeiauto auf dem angrenzenden Feldweg und passt auf, dass auf den Fotos, die das Messgerät schießt, auch alle wichtigen Informationen – Kennzeichen und Gesicht des Fahrers – zu erkennen sind. „Wenn die Sonne plötzlich rauskommt, muss ich die Blende entsprechend einstellen“, sagt sie.

Außerdem passt die Beamtin auf, dass niemand das Gerät manipuliert oder zerstört. „Es gibt Leute, die Stellen sich einfach davor“, sagt Schäffer, die auch als Zeugin im Bußgeldbescheid auftaucht. Fallen ihr bei Autos mit angepasster Geschwindigkeit andere Verstöße auf, kann sie das ansonsten automatisch arbeitende Messgerät auch manuell auslösen.

Noch bis in den frühen Freitagmorgen kontrollierten die Beamten die Autofahrer, genaue Ergebnisse lagen bisher noch nicht vor.

Von Lasse Deppe

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