Punschverkauf für guten Zweck seit 1994

Tender-Werra-Besatzung in Eschwege: es gibt wieder Seemanstraum 

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Der erste Tender Werra, der der Klasse 401 angehörte, gehörte zum ersten Minensuchgeschwader der Bundesmarine: Das Bundesministerium für Verteidigung trug der Stadt Eschwege die Patenschaft für dieses Schiff an.

Eschwege. Sie gehören zum vorweihnachtlichen Flair in Eschwege wie der Dietemann zum Johannisfest: Die Seeleute und Matrosen des Eschweger Patenschiffs Tender Werra.

Auch in diesem Jahr– vom 7. bis 10. Dezember – ist wieder eine Abordnung des Tenders in Eschwege zu Gast, um am „Tender-Werra-Eck“ in der Fußgängerzone vor der Deutschen Bank den bekannten „Seemannstraum“ zu verkaufen.

Seit vielen Jahren, wie Nachforschungen ergeben haben genau seit 1994, kredenzen die Freunde aus dem Norden am Oberen Stad den zünftigen Punsch und andere Köstlichkeiten und stellen den Erlös für soziale Zwecke zur Verfügung. Die Recherchen im Archiv des ehemaligen Stadtverordnetenvorstehers Heinz Bührig verraten aber auch, dass das schmackhafte Heißgetränk zum ersten Mal nicht in Eschwege, sondern im Heimathafen des Tenders, in Kiel serviert wurde. Diese Idee griffen die Seeleute dann später wieder auf, setzten den Ausschank des „Seemannstraumes“ in Eschwege fort.

Die Werra-Rundschau meldete am 20. Dezember 1976: „Kiel. Die Besetzung des Eschweger Patenschiffes Tender Werra hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. In der Innenstadt von Kiel verkaufen die Matrosen heißen Punsch und Erbsensuppe. Der Reinerlös ist in der Patenstadt Eschwege für ein Heim körperlich und geistig behinderter Kinder bestimmt“. Den Erlös überreichte die Besatzung des Tenders dann beim nächsten Besuch in Eschwege den Werraland-Werkstätten.

1964 der erste Tender

Beim Stapellauf: Eine Eschweger Delegation wohnte dem Ereignis 1993 in Kiel bei. Der damalige Bürgermeister der Kreisstadt, Dr. Walter Thom (links), hielt die Taufrede.

Nicht nur in der Vorweihnachtszeit auch zum Johannis- und Schützenfest kommen die Tender-Besatzungen nach Eschwege – seit vielen Jahren. Der erste Tender Werra der Klasse 401 wurde 1964 in Dienst gestellt, die Patenschaft der Stadt Eschwege angetragen. Die Taufrede hielt der damalige Bürgermeister der Kreisstadt, Dr. Walter Thom. 

Sehr bald entwickelte sich eine herzliche Freundschaft zwischen der Stadt und ihrem Patenschiff. 1991 wurde der Tender ausgegliedert, 1993 das neue Schiff der Klasse 404 in Dienst gestellt. Margret Zick war Taufpatin, der damalige Bürgermeister Jürgen Zick hielt die Taufrede. Für die Besatzung war es selbstverständlich, die Freundschaft zu Eschwege weiter zu pflegen und auszubauen – bis heute. Aber nicht nur die Seeleute reisten zu den Festen nach Eschwege, bei Besuchen in Kiel lernten auch die Eschweger die Patenschiffe kennen.

Schon 1971 bewegte sich ein Eschweger Tross mit Angehörigen der Stadtverwaltung, der Stadtverordnetenversammlung und der Marinekameradschaft Eschwege in Richtung Kiel. Die Eschweger, von der Besatzung umsorgt, verbrachten damals sogar eine Nacht auf dem Tender, der eine Runde um die dänische Insel Fünen drehte. In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Einladungen aus Kiel an die Stadt und den Eschweger Partnerschaftsverein. Viele mit Eschwegern und Gästen voll besetzte Busse fuhren von Eschwege aus Richtung Norden – um einmal das Eschweger Patenschiff kennenzulernen.

Punschverkauf startet Donnerstag

Die elfköpfige Abordnung des Tenders, die am Donnerstag, 7. Dezember, in Eschwege eintrifft, steht unter dem Kommando von Kapitänleutnant Robert Lehmann. Eröffnet wird der Glühweinstand nach der offiziellen Begrüßung im Rathaus noch am gleichen Tag gegen 17 Uhr. Drei Tage, bis zum Samstagabend, wollen die Seeleute an dem auch in diesem Jahr wieder von der Marinekameradschaft Eschwege aufgebauten Stand vor der Deutschen Bank den beliebten Seemannstraum und andere Heißgetränke für einen guten Zweck ausschenken. 

Freunde der Seefahrt und des Tenders können am Stand aber auch Souvenirs des Patenschiffes erwerben. Neben dem Punschverkauf am „Tender-Werra-Eck“ wird auch in diesem Jahr auf Stellwänden eine Fotodokumentation des Tenders präsentiert, in der über die tägliche Arbeit an Bord und einen Aufenthalt des Tenders in der Werft in Bremerhaven berichtet wird. Wer gern einmal mit den Seeleuten über ihre Arbeit oder ihren verrichteten Dienst sprechen möchte, hat hier Gelegenheit dazu. Kapitän Lehmann und die Besatzungsmitglieder freuen sich auf solche Kontakte.

Von Siegfried Furchert

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