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The Voice: Die Stimme von Matthias Kullik ist unverkennbar

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Von: Harald Triller

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Matthias „The Voice“ Kullik in seinem Element: Mit dem Mikrofon in der Hand begrüßt er die ETSV-Fans zum Handball-Landesliga-Spiel gegen Baunatal.
Matthias „The Voice“ Kullik in seinem Element: Mit dem Mikrofon in der Hand begrüßt er die ETSV-Fans zum Handball-Landesliga-Spiel gegen Baunatal. © Markus Claus

Wenn man sein Gesicht nicht sofort erkennt, seine Stimme kennt man. Matthias Kullik ist Hallensprecher. Früher bei den Huskies, heute beim ETSV. Doch er ist auch ein Vereinsmensch.

Eschwege – „Es ist Samstagabend, gleich 18 Uhr, in Eschwege ist wieder Handballzeit. Hallooooo, Faaaannnnsss“. Mit den bis kurz vor der Atemlosigkeit lang gezogenen Worten begrüßt Hallensprecher Matthias Kullik bei den Heimspielen des Handball-Landesligisten Eschwege TSV seit 14 Jahren die Zuschauer und stimmt sie auf die wenig später beginnenden 60 Minuten ein.

Seine Stimme hat aber nicht nur an dieser Stelle, sondern auch bei vielen weiteren, regionalen, sportlichen und beruflichen Veranstaltungen viel Gewicht.

Der Hallensprecher

Entsprechend nennen ihn viele Freunde liebevoll „The Voice“, zumal er bereits vor seiner ehrenamtlichen Aufgabe beim Eschweger TSV bei den Huskies in der Kasseler Eissporthalle ebenfalls als Ansager in überzeugender Manier glänzte. „Diese Gabe, egal ob als Sprecher bei sportlichen Ereignissen oder auch als Moderator von Showveranstaltungen, wie zum Beispiel bei der Johannisfesteröffnung 2018, wurde mir offensichtlich in die Wiege gelegt.“ Einlenkende Gespräche oder kommunikative Vermittlungen spielen Matthias Kullik auch in seinem Beruf als Sozialversicherungsangestellter in die Karten. Als Teamleiter der Vertriebsabteilung der Betriebskrankenkasse in Eschwege ist er tagtäglich gefordert.

Lobende Worte über seinen Mitarbeiter fand auch der BKK-Chef Marco Althans 2019: „Matthias war am Wochenende wieder voll im Einsatz, moderierte den Sportehrentag des Werra-Meißner-Kreises in der Adam-von-Trott-Schule in Sontra ebenso gelungen, wie die Tischtennisgala anlässlich des 150-jährigen Bestehens vom TSV Herleshausen. Er ist folglich nicht nur bei uns im Hause, sondern auch außerhalb eine Allzweckwaffe.“

Der Sport-Allrounder

Der Sport nimmt beim 58-Jährigen, der in Kassel geboren wurde und in Waldkappel aufgewachsen ist, einen breiten und vor allem ehrenamtlichen Inhalt seines Lebens ein. „Als junger Bursche habe ich eine Vielzahl von Sportarten ausprobiert, Leichtathletik bei Rolf Hiestermann, Handball in der Schule, beim SV Reichensachsen, in Lichtenau und beim ETSV. Aber kurioserweise ist bei mir der Groschen erst mit 16 Jahren gefallen, als ich mich gleichermaßen dem Tennis und Tischtennis widmete“, erklärt Matthias Kullik, dass ihn diese Leidenschaft bis in die Gegenwart begleitet, genau wie das Radfahren, wo er sich sogar bei einer Tour in den Dienst des Hessenfernsehens stellte.

Tennis

Wenn am kommenden Wochenende die neue Tennis-Freiluftsaison beginnt, dann schlägt auch Matthias Kullik wieder auf: „Wir haben nach der vorigen Saison, als wir in der Gruppenliga hessenweit unterwegs waren, unser Team der Männerspielgemeinschaft Meinhard/Waldkappel/Niederhone diesmal in der Bezirksoberliga der Herrenklasse 50 gemeldet und freuen uns auch eine Liga tiefer auf attraktive Duelle“, schwärmt der 58-jährige Sportallrounder, der auch für Pressearbeit jederzeit zur Verfügung steht, weil sein Sachverstand gefragt ist und er die Spiele nie durch die rosarote Brille beleuchtet.

Beim Stammverein in Waldkappel hat er viele Jahre aktiv gespielt und im Vorstand der Tennisabteilung Verantwortung mitgetragen: „Wenn es was zu organisieren gab, dann ist mir das stets schnell von der Hand gegangen und auch der Ablauf des Serienspielbetriebes verlangte Punktlandungen“, macht Matthias Kullik deutlich, dass bei diesen Aufgaben das Ehrenamt unerlässlich ist.

Tischtennis

Auch mit dem Tischtennis begann Matthias Kullik in seiner Heimatstadt am Walde: „Anfangs habe ich mit großer Freude bei der Vereinslegende Jürgen Konhäuser im Keller gespielt, mit 16 dann in der Jugend meine lange Karriere gestartet, die ich in Wellingerode und in Frankfurt, wo ich beim Zollamt beschäftigt war, fortsetzte. 1992 kam ich der Bitte nach für ein Jahr in Herleshausen auszuhelfen, weil der TSV unbedingt aufsteigen wollte, was aber der Nachbarverein Nesselröden zu verhindern wusste“, konstatierte er, dass er sich ab 1996 den Blauweißen in Vierbach angeschlossen hat, wo er lange Zeit als Spielführer fungierte und ebenfalls viele organisatorische Entscheidungen traf.

Und dank seiner multifunktionellen Kontakte rettete er im Oktober vorigen Jahres die zweite Mannschaft des SV Vierbach vor dem Aus. „Weil zwei unserer Stammspieler verletzungsbedingt ausgefallen sind, hätten wir unser Team zurückziehen müssen, da ich aber über mein Amt als ETSV-Hallensprecher auch mit der zweiten Handballmannschaft trainiere und wusste, dass da heimliche Tischtennisfreaks zu finden sind, habe ich kurzerhand Michael Spannknebel und Jonas Fleischer aktiviert, die nicht nur ausgeholfen haben, sondern uns in Albungen sogar zum Sieg führten“, schmunzelt Matthias Kullik heute über diesen wirklich außergewöhnlichen Schachzug.

Erstes Sportabzeichen

Erstmals erfüllte der 58-Jährige 2021 die Kriterien für das Sportabzeichen und zwar gleich in Gold. Und die goldene Nadel für 50 Jahre Mitglied beim TSV Waldkappel gehört auch zu seinen vielen Auszeichnungen. Dankbare Worte adressiert er an seine Verlobte Corinna Elbrecht, mit der er in Albungen lebt: „Sie steht zu meinen vielen sportlichen Ehrenämtern und unterstützt mich dabei“, wünscht sich der 58-Jährige an ihrer Seite Gesundheit und weitere sportliche Erfolge. (Harald Triller)

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