2013 zehn Nachweise für Tiere gefunden

Tierschützer zählen Wildkatzen im Kreis

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Tierschützer zählen Wildkatzen im Kreis

Werra-Meißner. 30 Tierschützer nehmen seit Kurzem den Wildkatzenbestand im Werra-Meißner-Kreis auf. Diese "Inventur" ist Teil eines bundesweiten Projektes vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zum Schutz der Wildkatzen.

Vier Monate lang werden die Helfer im Kaufunger Wald, in den Wäldern um Hessisch Lichtenau und auf dem Meißner 50 Lockstöcke kontrollieren, an denen sich die Katzen reiben.

Die Haare, die die Wildkatzen dabei am Holz hinterlassen, geben Hinweise auf den Bestand im Kreis, sagt Susanne Schneider vom BUND Landesverband Hessen.

"Im Werra-Meißner-Kreis gibt es hessenweit die meisten Helfer", sagt Schneider über die Aktion. Im Kreis findet sie zum zweiten Mal statt. Zu Jahresbeginn 2013 fanden die Helfer zehn Proben, die eindeutig von Wildkatzen stammen.

Um wie viele Individuen es sich dabei handelt, ließe sich derzeit noch nicht sagen, sagt Schneider. Mit genaueren Ergebnissen rechnet sie im Februar. Dann seien auch Aussagen über Verwandtschaften mit anderen Populationen und Wanderungsbewegungen der Wildkatzen möglich.

In Hessen hat es 2013 53 Nachweise für die Tiere gegeben. Bundesweit geht der BUND von 5000 bis 7000 Tieren aus.

Bis einschließlich April die Paarungszeit der Wildkatzen kontrollieren die Helfer im Kreis alle zehn Tage die Lockstöcke.

Die Stöcke sind mit Baldrian eingesprüht, einem Geruch, auf den die Katzen in dieser Zeit verstärkt reagieren, sagt die Lockstock-Koordinatorin des Werra-Meißner-Kreises, Annika Hennemuth.

Dass vor Ort Wildkatzen nachgewiesen worden sind, sei laut Schneider ein Indiz für eine gute Waldstruktur mit gesunder Baumartenmischung und ausreichend Pflanzen am Boden. "Die Wildkatze ist eine sogenannte Schirmart. Wo sie sich wohlfühlt, fühlen sich auch andere Arten wohl."

Von Sina Beutner

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