Das Projekt „Patchwork“ bringt Migranten und Einheimische in Dialog miteinander

Der Tisch ist gedeckt

Die Küche des Gemeindehauses Kreuzkirche erfüllt ein verführerischer Duft: Die Teilnehmer des Angebots „Tischlein deck dich“ kochen gemeinsam Speisen aus ihren Heimatländern. Fotos: Weber

Eschwege. Nirgendwo kommt man besser ins Gespräch als beim Essen. Im Gemeindehaus der Kreuzkirche in Eschwege haben die Teilnehmer des Projektes „Patchwork“ kurz vor Weihnachten alle zusammen gekocht und den Tisch gedeckt - für 25 Personen aus Russland, Somalia und Deutschland.

Jedoch nicht alle, die am Tisch sitzen, sprechen bereits deutsch. Dennoch läuft die Verständigung problemlos. Das Projekt „Patchwork“ wird in Eschwege seit März diesen Jahres von der Werkstatt für Junge Menschen angeboten, zusammen mit dem diakonischen Werk Eschwege-Witzenhausen, der evangelischen Familienbildungsstätte, der Stadt Eschwege, dem Ausländerbeirat sowie dem russisch-deutschen Kulturverein Dialog. Gefördert wird es vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit dem Ziel, die wechselseitige Akzeptanz von Zuwanderern und Einheimischen zu verbessern. In der Regel treffen sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen von sechs bis acht Personen. Beim Angebot „Tischlein deck dich“ etwa bereiten sie gemeinsam Gerichte aus aller Welt zu. Bei diesen Treffen soll der interkulturelle Dialog gefördert werden.

„Wir wollen Asylbewerber durch das Projekt in Deutschland willkommen heißen und ihnen die Gelegenheit bieten, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen.“

Projektleiterin Ulrike Bock

Unter dem Stichwort „Kunst der Kulturen“ sollen Zugewanderte, die in Deutschland bleiben wollen, durch Kulturangebote dazu angeregt werden, sich bürgerschaftlich zu engagieren. „Die Angebote des Patchwork-Projektes sind für die Teilnehmer freiwillig und kostenlos“, sagt Projektleiterin Ulrike Bock.

„So machen einige Flüchtlinge aus Somalia bei uns mit, die eine Übergangszeit von einem Jahr zu überbrücken haben haben, bis sie überhaupt erst einen Sprachkurs machen können. Diese Menschen wollen wir durch das Projekt in Deutschland willkommen heißen und ihnen die Gelegenheit bieten, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen.“ Aber nicht nur das Kochen oder kreative Arbeiten stehen auf dem Programm, die Teilnehmer machen auch Ausflüge, etwa zum Apfelpflücken nach Witzenhausen oder zur Mohnblüte nach Germerode und lernen so ihre neue Heimat kennen.

Zudem sollen Kontakte zu anderen Vereinen, bei denen sie mitmachen können, geknüpft werden. „Viele Zugewanderte trauen sich kaum aus dem Haus“, sagt Ulrike Bock. „Insofern hilft ihnen dieses Projekt auch gegen die Einsamkeit, denn sie können auf diesem Wege Menschen kennenlernen.“

Von Kristin Weber

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