Themenreihe "Am Ende unseres Weges"

Vier Tipps, was man vor seinem Tod erledigt haben sollte

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Rechtzeitig mit dem Thema Tod auseinandersetzen: Dazu gehört neben dem Testament auch, die Dokumente zu ordnen, eine Patientenverfügung zu verfassen und Wünsche für die Beerdigung anzugeben.

Wenn der Todesfall eintritt – überraschend oder lange absehbar– verfallen Hinterbliebene oft in Hektik und Unsicherheit. Vier Tipps, was man vor seinem Tod erledigt haben sollte.

Die Erfahrung, dass Hinterbliebene nicht wissen, was sie tun sollen,  haben die, die immer wieder mit dem Tod zu tun haben, schon häufig gemacht. Die Themenreihe „Am Ende unseres Wegs“ soll entspannen. Deshalb veranstalten Caritas, die Hospizgruppe Eschwege, der Werra-Meißner-Kreis und die Diakonie in jedem Herbst eine Themenreihe „Am Ende unseres Weges“. In diesem Jahr gibt es die Reihe seit zehn Jahren.

„Unser Ziel ist es, einen entspannten Umgang mit dem Tod zu finden“, sagt Michael Nowotny vom Caritasverband für den Werra-Meißner-Kreis. Dabei helfe es, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das gelte sowohl für den, der sterben wird als auch für die, die zurückbleiben. 

Was man vor seinem Tod erledigt haben sollte

50 bis 100 Stunden wenden Nachkommen im Schnitt dazu auf, um sämtliche Aufgaben zu erfüllen, die ein Todesfall nach sich zieht. Einige dieser Dinge können bereits vor dem Tod geregelt werden. Das sind die vier wichtigsten:

1. Dokumente übersichtlich ablegen: Empfohlen wird, einen Ordner mit den wichtigsten Unterlagen anzulegen, damit die Nachkommen nicht das Haus oder die Wohnung danach durchsuchen müssen. Darin sollten Mietverträge, die letzte Steuererklärung, Bankverbindungen oder Angaben über Kautionen, Versicherungen und Hypotheken abgelegt sein.

2. Patientenverfügung: Mit ihr legen Sie eine persönliche Handlungsanweisung für den Arzt für den Fall fest, dass Sie keine Entscheidungen mehr treffen können. So können Sie zum Beispiel regeln, dass Sie keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünschen. Ehepartner dürfen nicht automatisch die Entscheidungen treffen.

3. Ein Testament verfassen: Liegt der letzte Wille schriftlich vor, können viele Streitereien vermieden werden. Insbesondere dann, wenn das Testament noch zu Lebzeiten mit den Hinterbliebenen besprochen wird.

4. Beerdigungswünsche angeben: Soll es eine Erdbestattung sein oder eine Kremation? Wo soll der Verstorbene beerdigt werden? Wünscht er eine Abdankungsfeier und welche Musik soll dabei gespielt werden? Mit derlei Fragen müssen sich die Nachkommen befassen. Umso einfacher wird es, wenn die Antworten schriftlich festgehalten wurden.

„Natürlich gibt es solche To-do-Listen im Internet“, sagt Nowotny, „ohne sich aber mit dem Sterben auseinanderzusetzen, helfen sie aber nicht.“ Die Themenreihe „Am Ende unseres Wegs“, die am Mittwoch, 23. Oktober startet, soll das Thema Sterben von unterschiedliche Seiten beleuchten. Das schaffe Gelassenheit.

Die Themenreihe

Die Themenreihe „Am Ende unseres Weges“ startet am 23. Oktober und umfasst vier Veranstaltungen, die immer mittwochs um 19 Uhr stattfinden. 

(Von links)Matthias Heintz von der Diakonie, Lena Siekmann von der Hospizgruppe und Michael Nowotny von der Caritas organisieren die Themenreihe "Am Ende unsere Weges"

Ausstellung: In der Stadtbibliothek wird die bis zum 6. November dauernde Ausstellung „Gemeinsam unterwegs“ eröffnet. Texte und Lieder stammen von Rolf Zuckowski, die Bilder vom Inselmaler Anselm.
Mittwoch, 23. Oktober, 19 Uhr, Stadtbibliothek. 

Lesung: Elias Heintz lies aus dem Friedhofskrimi „Der Junge, der Gedanken lesen konnte“ von Kirsten Boie. Es ist eine poetische Geschichte über Verlust und Trauer.
Mittwoch, 30. Oktober, 19 Uhr Stadtbibliothek 

Kurs: Das kleine Einmaleins der Sterbebegleitung wird unter dem Titel „Letzte Hilfe“ zusammengefasst. Weil bei Angehörigen oft große Hilflosigkeit herrscht, wird hier ein Kursus nach dem Palliativmediziner G. Bollig angeboten. Ängste und Leiden sollen gelindert werden.
Mittwoch, 6. November, 19 Uhr, Stadtbibliothek 

Theater: „Sense gut, alles gut“ heißt das Märchenkabarett mit Musik und Schattentheater nach Janosch und den Brüdern Grimm. Opernsänger und Solokünstler Wolf-Dieter Gööck setzt sich mit Humor und Würde mit dem Tod auseinander.
Mittwoch, 13. November, 19 Uhr, Volkshochschule.

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