Totaler Stromausfall: Nur Katastrophen könnten  Blackout auslösen

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Eschwege. Ein völliger Blackout ist im Werra-Meißner-Kreis nicht komplett ausgeschlossen, aber äußerst unwahrscheinlich – das ist die Einschätzung der Stromnetzbetreiber in der Region, die sich während der jüngsten Tagung der Gesellschaft für kommunale Kooperation mit der Thematik befasst haben.

„Es muss schon viel zusammenkommen, damit flächendeckend und dauerhaft der Strom ausfällt“, sagt Markus Lecke, Geschäftsführer der Stadtwerke in Eschwege.

Lediglich gezielte menschliche Angriffe auf die Versorgungsanlagen oder eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes könnten nach Einschätzung der Energieunternehmen für den Totalausfall im Kreis sorgen. „Aber das ist eine eher abstrakte Gefahr“, so Andreas von Scharfenberg, der das Netz im Raum Wanfried betreibt. Beide Hauptzuleitungssysteme oder die Umspannwerke in Niederhone und Waldkappel müssten zeitgleich komplett zusammenbrechen beziehungsweise ausfallen, nennt Lecke als Ursache für den kreisweiten Blackout. „Dann ist es aber auch überall dunkel, und dann geht nichts mehr.“ Sämtliche strombetriebenen Geräte wären funktionsunfähig – von der Heizung für die Wohnung über Bankautomaten bis zu den Tankstellen. Der Ausfall eines der beiden Umspannwerke würde die Netzbetreiber vor größere logistische Herausforderungen stellen, die Versorgung könne aber wenigstens zeitweise sichergestellt werden. Normalerweise treten Stromausfälle lokal begrenzt auf und sind im Durchschnitt in weniger als zwölf Minuten behoben. Lecke: „Wir investieren seit Jahrzehnten unglaublich viel Geld in die Leitungsnetze und in die Sicherheit.“ Stromtrassen würden in den Boden verlegt, weil sie dort weniger störungsanfällig seien als Freileitungen. Die Steuerungssystem würden höchsten Sicherheitsstandards entsprechen. „Das wurde uns mit der jüngsten Zertifizierung bestätigt“, sagt Markus Lecke. 

Hintergrund

Während ihrer jüngsten Tagung haben die Mitgliedsbetriebe der Gesellschaft für kommunale Kooperation (GkK) jetzt die Themen Blackout und Versorgungssicherheit durch Stadtwerke diskutiert. In dem Kommunalverband, dessen Geschäftsführer Markus Lecke (Stadtwerke Eschwege) ist, haben sich Energieversorger aus Hessen und Niedersachsen zusammengeschlossen, darunter auch die Stadtwerke aus Eschwege, Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf sowie das Elektrizitätswerk Wanfried. Landrat Stefan Reuß warnt: Von einem Stromausfall könne auch öffentliche Überwachungs- und Sicherheitstechnik, etwa im Straßenverkehr betroffen sein. (hs)

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