Der Trend geht zur späten Mutterschaft

Werra-Meißner. Der Trend geht zur späten Mutterschaft: Die Zahl der Frauen, die ihr erstes Kind im Alter zwischen 35 und 40 Jahren geboren haben, ist im Werra-Meißner-Kreis erneut gestiegen. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Landesamts in Wiesbaden hervor.

Demnach hatten nach den nun vorliegenden Geburtenzahlen für das Jahr 2013 14 der insgesamt 654 geborenen Kinder eine mindestens 40 Jahre alte Mutter. Damit liegt der Wert 1,7-mal so hoch wie noch vor zehn Jahren. 111 Frauen über 35 Jahre gebaren 2013 ihr erstes Kind und stellten damit 17 Prozent der Mütter. 1995 waren es in dieser Altersgruppe lediglich 9,3 Prozent. Die Gründe für die späte Mutterschaft seien vielfältig, sagt Hebamme Hilde Ladner aus Witzenhausen, die Schwangere aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis sowie Göttingen betreut. „Die Lebensplanung dieser Frauen sieht häufig vor, sich zuerst um Ausbildung, Karriere, Partnerschaft und Geldverdienen zu kümmern, bevor sie sich ganz bewusst für ein Kind entscheiden.“ Ihrer Erfahrung nach betreffe das in der Hauptsache großstädtisch geprägte Akademikerinnen. Laut Statistischem Bundesamt ist der Trend der späten Mutterschaft bereits seit den 1970er-Jahren erkennbar. Werden die Frauen im Werra-Meißner-Kreis heute im Durchschnitt mit 29 Jahren zum ersten Mal Mutter (2013: 215 Frauen), waren sie 1970 noch fünf Jahre jünger. Dieser Wert deckt sich mit den Berufserfahrungen von Sarah Kux-Schmalbauch, Hebamme aus Wanfried. Die Zahl der späten Mütter sei zwar über die Jahre deutlich angestiegen, den Großteil der Mütter machten aber die unter 35-Jährigen aus. „Das ist auch gut so“, sagt Kux-Schmalbauch. Nicht vergessen werden dürfe schließlich, dass späte Schwangerschaften mit einem höheren medizinischen Risiko behaftet seien.

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