Besuch bei Tätowiererin

"Anker gehen immer": Trend zum Tattoo nimmt auch im Werra-Meißner-Kreis zu

Sie tätowiert in Großalmerode nur Motive, die zum Kunden passen: Julia Pooske.
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Sie tätowiert in Großalmerode nur Motive, die zum Kunden passen: Julia Pooske.

Früher trugen oft Seemänner und Häftlinge Tattoos – heute hat sie jeder Elfte. Kürzlich fand in Kassel die zwölfte Tattoomenta mit tausenden Besuchern statt. Auch in Großalmerode ist der Trend angekommen.

Bevor Tätowiererin Julia Pooske den ersten Stich setzt, ist ihr eines besonders wichtig: „Das Motiv muss zur Person passen, denn es spiegelt die Persönlichkeit des Menschen wider.“ Pooske (31) betreibt das Tattoostudio Kunstgarten Tattoo in Großalmerode. Im Jahr 2016 hat sie sich damit selbstständig gemacht. Nur eine Handvoll weitere Studios gibt es im Nordkreis.

Zurzeit hat sie etwa zwanzig Kunden im Monat, schätzt Pooske. Die seien zwischen 18 und 50 Jahre alt, kommen überwiegend aus Großalmerode, Witzenhausen, Eschwege und Waldkappel, aber ein Engländer war auch schon dabei. „Der hatte dann ein Mitbringsel aus Deutschland“, sagt sie.

Dabei lassen sich Pooskes Kunden Motive wie Anker tätowieren. „Die gehen immer“, sagt sie. Im Moment seien Single-Lines in Mode, also Tattoos, die aussehen, als seien sie nur mit einer Linie gezeichnet worden, und Blackwork-Tattoos, bei denen große Flächen schwarz tätowiert werden. Früher beliebt, aber heute nicht mehr im Trend seien Fingertattoos. „Die verblassen oft schnell“, erklärt Pooske. Das sei auch bei anderen Tattoos manchmal ein Problem, denn an manchen Stellen könne man die Farbe nicht so tief in die Haut bringen. Dann müssten Tätowierer nachstechen, um die Farben zu erneuern.

Wenn das alte Tattoo weg soll, helfe Lasern oder überdecken. „Je dunkler und tiefer das Tattoo, umso schwieriger ist das. Manchmal geht es gar nicht mehr ganz weg“, erklärt Pooske. Die Schmerzen seien je nach Stelle unterschiedlich. „Das hängt vom Schmerzempfinden jedes Einzelnen ab“, erklärt sie. Die Armbeuge sei aber beispielsweise bei den meisten Menschen deutlich schmerzempfindlicher als der Oberarm.

Wer selbst zur Nadel greifen möchte, um zu tätowieren, dem rät Pooske: „Arbeitet zuerst bei einem Tätowierer und lasst es euch beibringen.“ So hat sie es auch gemacht. Eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es nicht. „Das Einzige, was man braucht, ist ein Hygieneschein“, sagt sie. Was ein Tattoo bei ihr kostet, verrät Pooske nicht. Sie sagt nur: „Das hängt von der Größe der Stelle, dem Motiv und der Farbwahl ab.“

Dafür wird sie beim Mindestalter deutlich: „Ich tätowiere nur Menschen ab 18“, sagt sie. Manch anderer Tätowierer würde mit Zustimmung der Eltern schon Jugendliche ab 16 Jahren tätowieren.

Kontakt: E-Mail: kunstgartentattoo@gmail.com

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