Triority-Trio spielt am Samstagabend Konzert mit erlesenen Songs beim Jazz-Club im E-Werk

Vermitteln dem Publikum ein ausdrucksstarkes Gefühlsleben: Das Triority-Trio gastierte am Samstagabend beim Jazz-Club Eschwege im E-Werk. Der konnte zudem sein 100. Mitglied aufnehmen. Foto: Lorenz Schöggl

Bebop, Hard Bop und Cool-Jazz: Quer durch die Geschichte des Modern Jazz präsentierte das Triority-Trio Samstagabend im E-Werk in Eschwege erlesene Songs mit Soli und viel Individualität.

Gleichzeitig feierte der Jazz-Club Eschwege ein besonderes Ereignis: Nach konstantem Mitgliederwachstum in den vergangenen Jahren wurde mit Luise Simon das 100. Mitglied in den Verein aufgenommen.

„Jeder für sich hat eigene Idole, aber als Trio sprechen wir eine eigene Sprache“, erklärt Pianist Frank Adelt, der sich selbst als großen Fan des US-Jazz-Pianisten Kenny Barron bezeichnet. Kontrabassist und Bandleader Janosch Korell nennt hingegen John Patitucci als Idol, während Maximilian Ludwig sich am Schlagzeug Brian Blade zum Vorbild macht.

Drei Musiker, drei Idole, ein Trio: Die Folge ist ein vielseitiges Repertoire, das von vielen freien Elementen lebt. In Soloeinlagen verpassen die virtuosen Musiker ihrem Auftritt einen individuellen Anstrich und lassen ihre Idole durchschimmern.

An der Universität in Würzburg haben sich die drei hauptberuflichen Musiker beim Musikstudium kennengelernt. In verschiedenen Formationen bietet jeder der Profis für sich über 40 Auftritte jährlich. „Unsere Stilrichtung war schon immer klar, aber mit den Jahren haben wir uns spielerisch weiterentwickelt. Wir gehen mehr Risiken ein, unsere Auftritte sind freier geworden“, erklärt Adelt.

„All Of Me“ und „Beautiful Love” sind zwei Songs aus dem Great-American-Songbook, welche das Trio mit spielerischer Tiefe zelebriert; ganz ohne Vocal-Einlagen schafft die Band es, dem Publikum ein ausdrucksstarkes, musikalisches Gefühlsleben zu vermitteln, was bei der Ballade „My One And Only Love“ nicht hätte besser zum Ausdruck kommen können. Nach vielen Filmmusiken in der ersten Halbzeit folgten in der zweiten Halbzeit Soul-Jazz und persönliche Songs wie „Question And Answer“ oder „Elm“, welche die Musiker in ihrem Werdegang geprägt haben.

Das 100. Mitglied

„Andere Clubs beneiden uns: Um das E-Werk als Veranstaltungsort und vor allem um das breite Publikum in Eschwege. In Kassel sitzen die Kollegen manchmal mit 25 Leuten vor einer Band“, freut sich Hans-Jürgen Geil, zweiter Vorsitzender des Jazz-Clubs, über die Entwicklung in den vergangenen Jahren. In 2000 hat sich der Verein gegründet; besonders in den letzten Jahren ist die Mitgliederanzahl gestiegen. Alleine nach dem Konzert am Samstagabend gingen weitere Anmeldungen ein; inzwischen zählt der Jazz-Club 103 Mitglieder. „Der Club leistet einen wichtigen kulturellen Beitrag in unserer Umgebung. Das muss man unterstützen!“, freut sich Luise Simon, nachdem sie als 100. Mitglied begrüßt wurde. Zur Feier des Bestehens warten die Club-Mitglieder und Jazz-Liebhaber gespannt auf ein großes Jubiläumswochenende im September.

Von Lorenz Schöggl

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