Kommunalwahl

AfD tritt hessenweit nur im Werra-Meißner-Kreis nicht an

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Werra-Meißner. Wenn am 6. März in Hessen gewählt wird, tritt die Alternative für Deutschland (AfD) im Werra-Meißner-Kreis nicht an. Das ist eine Ausnahme im gesamten Bundesland.

In jedem anderen Kreis hoffen die Politiker, die rechts von den Unionsparteien eingeordnet werden, auf Plätze in den Gremien der Kommunen oder des Kreistages.

Dass die Partei im Werra-Meißner-Kreis nicht antreten wird, hängt laut Thomas Orth, Sprecher des AfD-Landesvorstandes, mit den Vorgängen aus dem vergangenen Sommer zusammen. Damals hatte es im Bundesvorstand einen Machtkampf gegeben, der einen Rechtsruck der Partei zur Folge hatte. „Das hat sich negativ auf die Mitgliederzahl im Werra-Meißner-Kreis ausgewirkt, der derzeit noch immer ohne Vorstand ist.“

Ohne diesen, der spätestens nach der Wahl neugewählt werden soll, wollte man in keinen Wahlkampf gehen, sagt Manfred Mattis vom Landesvorstand. „Ich finde es bedauerlich, dass die Wahl ohne uns stattfindet, bin aber zuversichtlich, dass die Neuorganisation klappen wird.“ Die Spitzenkandidaten der anderen sechs Parteien, die in den Kreistag einziehen wollen, begrüßen das Fehlen der AfD im Wahlkampf. „Das ist eine hervorragende Sache“, sagen etwa Erhard Niklass (FDP) und Bernhard Gassmann von den Linken.

Der führt das wie auch Wolfgang Rescher (FWG) auf die Mentalität der Menschen zurückführt. „Die Integration der Flüchtlinge ist vielen Menschen im Kreis ein wichtiges Anliegen, sodass fremdenfeindliche Parolen zum Glück bisher keinen Widerhall gefunden haben“, sagt Sigrid Erfurth (Grüne). Dieses bürgerliche Engagement loben auch der Kreistagsvorsitzende Dieter Franz, Karina Fissmann (SPD) und CDU-Spitzenkandidatin Lena Arnoldt: „Ich glaube, wir von den demokratischen Parteien können Antworten auf Fragen geben, die die AfD nicht geben kann.“

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