Alternative Wege der Wissensvermittlung an Schulen

Trotz Corona: Abiturienten schreiben ab Donnerstag Prüfungen 

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Auch an den Schulen im Kreis fällt bis zum Ende der Osterferien der Unterricht aus: Die Abiturprüfungen aber sollen ab Donnerstag trotzdem abgelegt werden können.

Die Schulen im Werra-Meißner-Kreis bleiben wegen des Coronavirus geschlossen. Doch welche alternativen Wege haben Lehrer nun, Wissen zu vermitteln – und finden die Abiturprüfungen überhaupt noch statt?

Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts, gibt Antworten.

Sind die Schulschließungen für die Schüler gleichbedeutend mit „Corona-Ferien“?

„Nein“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner: „Die Lehrer sind gehalten, die Schüler mit Aufgabenpaketen für die Wochen bis zu den Osterferien zu versorgen.“ Wie die Auswertung dieser Kataloge aussieht, obliegt den einzelnen Schulen. „Persönlich erachte ich einen Rücklauf der erledigten Aufgaben nach einer Woche für sinnvoll – dann folgt die nächste Tranche.“

Wird neues Wissen vermittelt?

Die aktuell nötig gewordenen Lernzeiten zuhause seien in der Hauptsache darauf ausgelegt, bereits vorhandenes Wissen durch Übungen zu festigen. Neue Lerninhalte würden dementsprechend vorerst nicht vermittelt. Schulen, die bereits Erfahrungen mit Online-Angeboten wie etwa Lernplattformen haben, sollten diese auch verstärkt nutzen.

Wie sind die Lehrer eingebunden?

Das Gros der Lehrer wird weiterhin an den Schulen im Kreis präsent sein, sagt Anita Hofmann – schon allein, um die sogenannte Notbetreuung aufrechtzuerhalten. Die gilt mindestens für Kinder der Klassen eins bis einschließlich sechs, sofern deren Eltern im Gesundheitsdienst, bei der Polizei oder bei der Feuerwehr gebraucht werden (wir berichteten).

Welche Aufgaben haben die Lehrer darüber hinaus?

„Alle Lehrer bleiben im Dienst; ihre Präsenzzeiten sind aber natürlich geringer“, sagt Anita Hofmann. Viele seien im Homeoffice tätig, erledigten curriculare Arbeiten, erarbeiteten Förderpläne oder trieben die Schulentwicklung voran. „Gefährdete Lehrer bleiben natürlich zuhause, das versteht sich von selbst“, erklärt die Schulamtsleiterin.

Finden die Abiturprüfungen statt?

„Stand Montag: ja“, sagt Anita Hofmann. Die insgesamt 315 Abiturienten im Kreis sollen ab Donnerstag regulär ihre Prüfungen ablegen können, „daran haben alle Seiten höchstes Interesse“. Die Schüler sollten ausschließlich für die Dauer der schriftlichen Prüfungen in der dann fast leeren Schule erscheinen und würden mit entsprechendem Abstand zueinander gesetzt.

Was passiert, wenn die Prüfungen doch abgesagt werden?

Dazu könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine definitive, verbindliche Aussage getroffen werden, sagt die Schulamtsleiterin. Vermutlich würden die Prüfungen auf unbestimmte Zeit verschoben – die ganz regulär angesetzte Nachschreibephase aber sei ab dem 4. Mai angesetzt; ein Verbinden wahrscheinlich. „Unsere ganze Energie aber wird darauf verwendet, nicht nur die Abiturprüfungen stattfinden zu lassen, sondern auch die Wissensvermittlung für die übrigen Schüler nicht auszusetzen“, so Anita Hofmann.

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