Trotz Staatsschutz und Festnahme: Akute Terrorgefahr ist im Kreis nicht gegeben

Eschwege. Im Kreis werden zwar islamistische Gruppierungen beaobachtet, von einer akuten Terrorgefahr wird aber nicht ausgegangen. Zu dieser Einschätzung kommen Generalbundesanwaltschaft und der Staatsschutz Hessen auf Anfrage unserer Zeitung.

Im Februar war es zu in Eschwege zu einer Festnahme gekommen. In Sontra wird die Szene vom Staatsschutz beobachtet. Konkrete Aussagen zu beiden Fällen wollen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht treffen.

Der wegen Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Straftat“ am 13. Februar festgenommene 17-jährige Iraker Deday A. aus Eschwege sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Und das auf unbestimmte Zeit, wie Frauke Köhler von der Genealbunbdesanwaltschaft auf Anfrage mitteilt. Wo und wie lange er einsitzt, könne sie nicht sagen. „Aber er sitzt nicht schuldlos in U-Haft.“ Nach Angaben der Staatsanwältin habe es einen Anfangsverdacht für einen islamistisch motivierten Anschlag gegeben. Der sollte nach Angaben der Behörde in Deutschland oder Großbritannien stattfinden. Bei dem jungen Iraker wurden rund 200 Gramm Schwarzpulver in Chinaböllern gefunden. „Er stand jetzt nicht vor dem Durchbruch eine Bombe zu bauen“, sagt Köhler. Man habe frühzeitig eingegriffen, weil der 17-Jährige über das Internet Kontakt zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehabt haben soll. Sein Sohn habe nicht gewusst, mit wem er im Internet chatte, sagte der Vater von Deday A. gegenüber einem Fernsehteam. Vor die Kamera wollte er aus Angst vor dem IS aber nicht treten. Die Polizei beschlagnahmte bei der Festnahme Handys und einen Computer.

Der Werra-Meißner-Kreis ist über die Entwicklungen im Fall Deday A. nur mittelbar über die Jugendhilfe informiert worden. Vorher sei der Junge nicht in Erscheinung getreten, sagt Landrat Stefan Reuß.

Die Lage in Sontra

In Sontra war es am 11. Februar zu Schüssen auf offener Straße gekommen. Ein 44-Jährige aus Göttingen hatte auf einen 24-Jährigen aus Sontra geschossen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Familienstreitigkeiten. Nach Informationen des Landesverfassungsschutzes gehört das Opfer einer Gruppierung an, die den Internetauftritt „Im Auftrag des Islam“ verwaltet und als Anhänger des so genannten Kalifatstaates gilt. Aus Sontra stammt auch Murat K., der 2012 zwei Polizisten niedergestochen hatte und dafür zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Seit Anfang des Jahrzehnts entwickelte sich in Sontra eine islamistische Szene, die der Staatsschutz beobachtet. (ts) 

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare