Im Februar Thema im Ausschuss

Zukunft bleibt ungewiss:  Die Tunnelleitzentrale in Eschwege

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Blick in die Röhre: In der Leitzentrale an der Niederhoner Straße in Eschwege werden hessische Tunnel überwacht. Dass das nicht so bleibt, befürchten Politiker und Behörden im Werra-Meißner-Kreis. 

Die Zukunft der Tunnelleitzentrale an der Bahnhofstraße in Eschwege ist weiter unklar.  Im Februar wird der Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr zu dem Thema tagen.

Der Werra-Meißner-Kreis bemühte sich mehrfach um Auskunft bei Bund und Land – mehr oder weniger erfolglos.

Der SPD-Landtagsausschuss Wirtschaft besuchte die Zentrale Ende vergangenen Jahres. Jetzt interveniert der nordhessische Landtagsabgeordnete Torsten Felstehausen (Die Linke) nach einem Besuch des Gefahrenabwehrzentrums in Eschwege bei Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir.

Standort Eschwege soll erhalten bleiben 

Felstehausen schreibt unter anderem: „Ich erwarte, dass sich die hessische Landesregierung, insbesondere Al Wazir, für den Erhalt des Standortes Eschwege gegenüber der Bundesregierung stark macht. Wenn 2021 die neu gegründete Bundesautobahngesellschaft den Betrieb der 13.000 Autobahnkilometer übernimmt, darf das nicht mit einem Zerschlagen der bewährten Strukturen einhergehen.“ 

Nicht nur würden mit einer Verlagerung der Arbeitsplätze Millionen von Steuermitteln, mit denen die Tunnelleitzentrale errichtet wurde vernichtet, auch würde wichtiges Wissen über Strukturen, technische Abläufe und Einsatzgeschehen verloren gehen.

Stadtverordneter aus Eschwege kommt zu Wort 

Bernhard Gassmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag Werra-Meißner und in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung, befürchtet, dass die Verlagerung der Verantwortung für die Tunnelüberwachung auf die neue Gesellschaft der Einstieg in die Autobahnprivatisierung wäre, was ein erneuter Versuch zur Einführung der Pkw-Maut sein könnte.

„Wir müssen uns stark dafür machen, dass die Tunnelleitzentrale in Eschwege erhalten bleibt“, sagt Gassmann. Das gelte auch wegen der Arbeitsplätze. Gespräche würden in dieser Sache auch mit der Abgeordneten seiner Partei, Sabine Leidig, geführt, die den Werra-Meißner-Kreis im Bundestag vertritt.

Keine ehrlichen Antworten bisher 

„Wir haben die Frage, ob es Überlegungen zu einer Veränderung bezüglich des Standortes der Tunnelleitzentrale Hessen gibt, dem Bund, dem Land und auch der neuen Autobahn-Gesellschaft mehrfach gestellt und seit zwei Jahren keine ehrlichen Antworten bekommen. Deshalb wurde der gesamte Briefwechsel mit der Bundes- und Landesregierung zum Thema Tunnelleitzentrale jetzt in der letzten Sitzung des Kreisausschusses vorgelegt und erörtert“, berichtet Landrat Stefan Reuß Anfang Dezember. 

Bis heute gebe es keine Rückmeldungen der Behörden, berichtete Kreissprecherin Sylvia Weinert am Mittwoch. Gleichwohl fordert der Kreis nach wie vor Antworten. 

Vertreter der Behörde sind nun eingeladen 

Die Bundes- und Landtagsabgeordneten seien in Berlin und Wiesbaden aktiv. Jetzt sind Vertreter der Behörden in den Ausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr eingeladen, berichtet Sylvia Weinert. 

Das Gremium des Kreistages kommt nach Angaben der Sprecherin am 12. Februar zusammen. Welche Gesprächspartner dem Kreis zur Verfügung stehen, steht noch nicht fest. „Das bleibt abzuwarten“, sagt Weinert.

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