Landesregierung positioniert sich nicht klar

Sorge um Eschweger Tunnelleitzentrale: Verlegung an Frankfurter Flughafen?

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In der Tunnelleitzentrale: Kreisbrandinspektor Christian Sasse sowie die SPD-Landtagsabgeordneten Tobias Eckert, Knut John und Karina Fissmann (von links). 

Sorge um den Verbleib der Tunnelleitzentrale in Eschwege: Bisher hat sich die Landesregierung nicht klar positioniert, dass die Zentrale nicht an den Frankfurter Flughafen verlegt wird. 

Der gesamte Kreisausschuss zeigt sich nach Angaben von Landrat Stefan Reuß besorgt darüber, dass es nach wie vor keine klare Positionierung der Landesregierung zur Tunnelleitzentrale des Landes Hessen, die im Gefahrenabwehrzentrum des Kreises in Eschwege untergebracht ist und gemeinsam mit dem Kreis betrieben wird, gibt.

Kreis hat viel in Technik und Personal investiert

„Land und Landkreis haben in den letzten Jahren immer wieder viel in modernste Technik und gut ausgebildetes Personal investiert“, erklärte Reuß. Deshalb sei es unverständlich, dass es offensichtlich nach wie vor Überlegungen gebe, den Standort Eschwege aufzugeben und eine Konzentration in der neuen Bundesverkehrszentrale in Frankfurt anzusiedeln. 

„Angesichts der Tatsache, dass die Landesregierung immer wieder von einer Stärkung des ländlichen Raumes spricht und die meisten Straßentunnel in Hessen nach der absehbaren Fertigstellung der Autobahn 44 im Werra-Meißner-Kreis sein werden, ist es unverständlich, dass die Tunnelleitzentrale Eschwege nach wie vor infrage gestellt wird“, betont der Landrat.

Kreis erwartet klares Bekenntnis zum Standort Eschwege

„Wir haben die Frage, ob es Überlegungen zu einer Veränderung bezüglich des Standortes der Tunnelleitzentrale Hessen gibt, dem Bund, dem Land und auch der neuen Autobahn-Gesellschaft mehrfach gestellt und seit zwei Jahren keine ehrlichen Antworten bekommen“, so Reuß, „deshalb wurde der gesamte Briefwechsel mit der Bundes- und Landesregierung zum Thema Tunnelleitzentrale jetzt dem Kreisausschuss vorgelegt und erörtert.“ 

Der Werra-Meißner-Kreis erwartet von der Landesregierung jetzt ein klares Bekenntnis zum Standort Eschwege. „Unsere Landtagsabgeordneten sind hierzu ebenfalls gefordert über alle Parteigrenzen hinweg, sich für unseren Kreis, für die Arbeitsplätze und den Standort einzusetzen“, fasst der Landrat die einmütige Forderung des gesamten Kreisausschusses zusammen. 

Weiterhin kündigt Reuß an, die Frage der Zukunft der Tunnelleitzentrale auch zum Thema im Kreistag zu machen.

Arbeitskreis Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion besucht Tunnelleitzentrale 

Bereits in der vergangenen Woche besuchte der Arbeitskreis Wirtschaft und Verkehr der SPD-Landtagsfraktion mit den beiden heimischen Abgeordneten Karina Fissmann (Ringgau) und Knut John (Eschwege) die Tunnelleitzentrale. 

Gemeinsam mit Ausschussvorsitzendem Tobias Eckert wurden die Genossen von Kreisbrandinspektor Christian Sasse über die Arbeit in der Zentrale informiert. 

„Wir wollen“, so John, „dass diese Kompetenz und die hochwertigen Arbeitsplätze in Eschwege und der Region erhalten bleiben.“ Auch die 13 Tunnel der Autobahn 44 müssten von Eschwege aus beobachtet werden, so der Abgeordnete.

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