Auftakt im E-Werk Eschwege

Die Turnfamilie feiert 150. Geburtstag

Große Geburtstagsfeier des Turngaus Werra im E-Werk Eschwege: Festredner Lothar Quanz (von links), Schirmherr Stefan Reuß und Vorsitzende Magdalena Weidner. Foto: Rissmann

Eschwege. „Der Turngau ist sich immer treu geblieben und trotzdem dem Zeitgeist gefolgt.“ Das war der einhellige Tenor der zahlreichen Gastredner, die am Sonntagvormittag dem Turngau Werra im Eschweger E-Werk zum 150-jährigen Bestehen gratulierten.

„Ich bin so gerührt von den lieben Grußworten und der Wertschätzung, die dem Turngau entgegengebracht wird“, sagt die Vorsitzende Magdalena Weidner. Schon als die Gäste angekommen seien, hätte man gemerkt, wie verbunden die Turner im Kreis sind. „Wir sind wie eine große Familie“, sagte Weidner.

Am Sonntagvormittag fand der offizielle Auftakt zum Jubiläumsjahr des Turngaus im Eschweger E-Werk statt, doch für Weidner war der Auftakt bereits im März: „Das Hallen-Kinderturnfest in Reichensachsen war wunderbar, das war der perfekte Auftakt für unser Jubiläumsjahr“, sagte sie.

Die zahlreichen Gastredner hatten neben Geschenken auch viele Worte des Lobes für den Turngau dabei. Neben dem Schirmherr des Turngaus, Landrat Stefan Reuß, waren unter anderem auch der Bundestagsabgeordnete Michael Roth, Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, Rolf Dieter Beinhoff, der Ehrenpräsident des Hessischen Turnerverbandes und Siegfried Finkhäuser, der Vorsitzende des Sportkreises Werra-Meißner gekommen, um dem Turngau persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Alle Redner waren sich einig, dass der Turngau in den vergangenen 150 Jahren eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat, sich aber im Kern immer treu geblieben ist. „Als ich vor 40 Jahren in den Turnverein eingetreten bin, standen noch Leibesübungen auf dem Programm, heute gibt es eine Vielfalt an Angeboten vom Eltern-Kind-Turnen bis zur Seniorengymnastik, vom Cheerleader-Kurs bis zum Folklore-Tanz“, sagte Reuß. Bei diesem breiten Spektrum sei für jeden etwas dabei.

Dies spiegele sich auch in den steigenden Mitgliederzahlen wider, wie Lothar Quanz feststellte. 1972 beispielsweise seien es noch 5000 Mitglieder und zehn Übungsleiter gewesen, heute vertrete der Turngau knapp 11 000 Mitglieder und könne mit rund 200 Übungsleitern eine Vielfalt an Angeboten bereitstellen. Der Landtagsabgeordnete hielt die Festrede und machte darin einen Streifzug durch die Geschichte des Sports von den Anfängen bei Turnvater Friedrich Ludwig Jahn bis hin zu modernen Vereinen für Familien. „Auch der Turngau muss Wege finden, junge Leute zu motivieren“, sagte Quanz. Viele Jüngere hätten eben keine Lust auf straffe Vereinsorganisation und lange Jahreshauptversammlungen, aber daran, sich zu bewegen und zu engagieren. Die vier F des Turnvaters Jahn „Frisch, Fromm, Fröhlich und Frei“ seien heute etwas antiquiert, dürften aber nicht - und da zitierte Quanz den kürzlich zum Ehrenbürger der Stadt Eschwege ernannten Herbert Fritsche - zu „Faulenzen, Fellpantoffeln, Fernsehen und Flaschenbier“ werden.

Von Diana Rissmann

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