Übung auf zugefrorenem See: Lebensretter sind mit „sehr gutem Einsatz“ zufrieden

Rettungsschlitten: Ähnlich einem Schlauchboot ist der Rettungsschlitten konstruiert, mit dem die Männer von der DLRG eingebrochenen Menschen aus dem Wasser helfen. Foto: Sagawe

Eschwege. DLRG-Verbände aus Eschwege, Wanfried und Witzenhausen haben am Wochenende in Eschwege die Eisrettung trainiert. 

Martin Sunkel hat überzeugt, was er am Samstagvormittag bei der Übung am Nebengewässer des Werratalsees bei Eschwege sah. „Das war ein sehr guter Einsatz“, sagt der Technische Leiter der DLRG Eschwege-Wanfried. „Wir hatten viele junge Leute im Einsatz; ich bin sehr zufrieden.“

Die Lebensretter aus Eschwege, Wanfried und Witzenhausen trainierten für den Ernstfall, dafür, dass sie einen Menschen aus einem zugefrorenen See retten müssen, der durch das Eis gebrochen ist. Jede Minute ist wichtig, Geschwindigkeit zählt. Die niedrigen Temperaturen werden schnell lebensbedrohlich. „Wir haben eine Ausrückzeit von höchstens zehn Minuten“, macht Sunkel deutlich, dass die Helfer fix zur Stelle sind, wenn ihre Hilfe benötigt wird. Diese Geschwindigkeit ist auch unbedingt notwendig: Der Körper verliere nach einem Einbruch durch ein Loch im Eis in dem kalten Gewässer Funktionen im Minutentakt, erklärt Sunkel. „Nach fünf Minuten kann das schon beginnen, kritisch zu werden.“

Vier bis fünf Minuten dauert die eigentliche Eisrettung, wenn die Helfer erst einmal am See angekommen sind. Der aufblasbare Rettungsschlitten, ähnlich einem Schlauchboot, wird von den Lebensrettern – nicht ohne dass die per Seil vom Ufer gesichert werden und zusätzlich in Überlebensanzügen stecken – zum eingebrochenen Menschen gezogen. Mit wenigen geschickten Handgriffen ist der Mann in Sicherheit. „Nach zwanzig Minuten im eiskalten See beginnt das Herzkammerflimmern“, sagt Sunkel und macht deutlich, dass zuvor die Retter ihre Arbeit getan haben sollten.

Wer in einen zugefrorenen See einbricht, sollte vor allem eines tun: Ruhe bewahren. Angesichts der Ausnahmesituation dürfte das schwerfallen, erhöht die Überlebenschancen aber deutlich. Sich selbst mit eigener Kraft aus einem Eisloch zu befreien, sei nahezu aussichtslos, weiß der erfahrene Retter. Und er warnt Passanten davor, Eisflächen zu betreten, um Eingebrochenen zu Hilfe zu eilen. „Irrationales Handeln ist völlig fehl am Platz.“ Vielmehr sollte ein Notruf abgesetzt werden. „Wer selbst eine solche Eisfläche betritt, sollte das nur gesichert tun“, rät Martin Sunkel zu Vorsicht.

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