Auf und davon nach dem Parkplatzrempler

Unfallflucht: Tätern drohen Geldstrafe und Führerscheinverlust

+

Eschwege. Polizeisprecher Jörg Künstler nennt es „ein tägliches Erscheinungsbild im Verkehrsgeschehen“. Allein im vergangenen Jahr haben Geschädigte im Werra-Meißner-Kreis 545 Unfallfluchten angezeigt – Tendenz steigend.

Vor allem bei den Parkplatzunfällen geht die Bereitschaft der Verursacher zurück, für die Folgen einzustehen. Der Geschädigte bleibt auf seinen Kosten sitzen oder muss die eigene Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen. Aber immerhin: Die Aufklärungsquote der Polizei im Kreis ist deutlich höher als zu vermuten wäre. Mehr als jeder dritte Autofahrer, der nach einem Unfall geflüchtet ist, wird erwischt – und das, obwohl es vor allem bei den kleineren Sachschäden oft keine Zeugen gibt und selten verwertbare Spuren zurück bleiben. Dabei ist das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“, wie Fahrerflucht im Behördenjargon heißt, alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Wer wegfährt, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern, begeht eine Straftat. In schweren Fällen droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Selbst kleine Schäden können in der Konsequenz teuer werden. In jedem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft. „Geldstrafe droht in jedem Fall, der Führerschein ist meistens weg, wenn Menschen verletzt werden oder der Sachschaden nicht unerheblich ist“, weiß der Eschweger Rechtsanwalt Dr. Lutz Bergner. Von einem „nicht unerheblichen“ Schaden gehen die Gerichte nach den Erfahrungen des Juristen bereits bei einer Sachschadenshöhe ab 1000 Euro aus.

Und auf dem angerichteten Schaden bleibt der Verursacher wahrscheinlich auch noch sitzen, wenn er erwischt wird. „Die eigene Autohaftpflichtversicherung wird die Forderungen des Geschädigten zunächst bedienen, kann die geleistete Zahlung dann aber zurück verlangen“, erklärt der Rechtsanwalt.

Von Harald Sagawe

Mehr lesen Sie in der Wochenendausgabe der Werra-Rundschau.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare